"Es ist schon seltsam alles"

dpa

Von dpa

Do, 19. März 2020

Basketball

INTERVIEW mit Basketball-Nationalspieler Maxi Kleber, der die Corona-Krise in den USA erlebt.

DALLAS (dpa). Die Nordamerikanische Basketball-Profiliga NBA war die erste der großen US-Ligen, die auf die Coronavirus-Pandemie mit einer kompletten Unterbrechung reagiert hat. Betroffen ist auch der deutsche Nationalspieler Maxi Kleber. Der Würzburger berichtet im Interview der Deutschen Presse-Agentur über seine Situation in den USA.

BZ: Wo sind Sie derzeit und wie geht es Ihnen?
Kleber: Ich bin gerade in Dallas in meiner Wohnung. Ist natürlich eine blöde Situation, Ausnahmezustand überall. Persönlich geht es mir ganz gut.
BZ: Wie wirkt die Situation auf Sie?
Kleber: Es ist schon seltsam alles. Man hätte sich nie vorstellen können, dass sowas mal passiert. Nach und nach macht hier alles zu, du kannst und sollst nicht mehr wirklich raus gehen.
BZ: Würden Sie gerne nach Hause nach Deutschland?
Kleber: Nach Hause fliegen ist bis jetzt noch keine Option, nur die Spieler mit einer Heimatstadt in Nordamerika dürfen das. Es kann sein, dass sich das noch ändert. Natürlich wäre es schön, wenn ich heimgehen und meine Familie und Freunde sehen könnte. Aber du hast ja wirklich keine Option, raus zu gehen und was zu machen. Wir telefonieren jeden Tag. Ob ich jetzt hier daheim rumhocke oder dann in Deutschland, macht eigentlich fast keinen Unterschied. Aber mit der Familie wäre das nochmal was anderes.
BZ: Wie vertreiben Sie sich die Zeit?
Kleber: TV-Shows, Lesen, Musik – solche Sachen. Auch Kochen. Ich habe leider kein Gym zu Hause. Das ist etwas schwierig deswegen. Man muss sich also daheim fit halten, was nicht einfach ist.
BZ: Wie machen Sie das dann?
Kleber: Viele Körpergewichtsübungen, Situps, Liegestützen. Ich habe ein bisschen Platz, um gewisse Sprungübungen zu machen, was auch ganz wichtig ist, um Gelenke und Bänder fit zu halten.
BZ: Was ist Ihr letzter Stand, wie lange pausiert die NBA?
Kleber: Der letzte Stand war 30 Tage auf jeden Fall dicht. Das wird sich wohl verlängern. Von der Gesundheitsorganisation gab es ja schon die Acht-Wochen-Regel. Genauere Infos gibt es bislang nicht.
BZ: Was sorgt Sie gerade am meisten?
Kleber: Am Anfang haben viele, da muss ich mich auch dazu zählen, nicht gedacht, dass es so groß und schlimm wird. Nun ist es viel schlimmer, als man erwartet hat. Wie schnell es sich ausbreitet und wie gefährlich es ist. Manchmal sieht man trotzdem noch Fotos, wie Leute raus gehen in großen Gruppen – also genau das machen, was man eigentlich verhindern sollte. Das finde ich fahrlässig. Es geht nicht um einen selber, sondern um die Gesundheit von vielen Menschen. Da finde ich es fahrlässig, wenn man sich nicht an die Regeln hält.

Zur Person: Maxi Kleber spielt seit 2017 für die Dallas Mavericks. In dieser Saison war er zuletzt meist Startspieler und kommt im Schnitt auf 9,2 Punkte pro Partie.