"Es wird nicht weitergehen wie bisher"

Jutta Schütz

Von Jutta Schütz

Sa, 02. November 2019

Bad Bellingen

Versammlung der Winzer aus Bamlach und Rheinweiler im Bamlacher "Storchen".

BAD BELLINGEN-BAMLACH. Dass die Winzer aus Bad Bellingen und den Teilorten künftig nur mehr einen Obmann und damit Ansprechpartner wählen werden, anstelle von je einem für die Ortsteile Bad Bellingen, Bamlach und Rheinweiler, war ein Diskussionspunkt auf der Winzerversammlung im Bamlacher "Storchen". 14 Winzer aus Bamlach und Rheinweiler nahmen daran teil.

Ulrich Höferlin für Bamlach und Emil Streck für Rheinweiler wurden zu den Obmännern für die kommenden fünf Jahre gewählt. Höferlins Stellvertreter ist Stephan Weh, Strecks Stellvertreter ist Roman Giesel. Bellinger Winzer waren zu der Versammlung eingeladen, "leider aber ist keiner gekommen", bedauerte Höferlin. Der Vorschlag, 2024 dann nur noch einen Verantwortlichen als Obmann zu bestimmen, stieß auf offene Ohren in der Runde. "Das ist moderner, und das ist auch der Lauf der Zeit vor dem Hintergrund, dass einige ältere Winzer aufhören", war man sich in der Runde einig.

Diskutiert wurde kurz zum Bienen-Volksbegehren – das liege zwar derzeit auf Eis, sei aber nicht vom Tisch. Klar sei, es werde nicht so weitergehen wie bisher, war Höferlin sicher. Was den Winzern Sorge macht, ist, dass einige Weinberge auf der Gemarkung in FFH-Schutzgebieten liegen. "Wenn wir dort und in den Quellschutzgebieten für die Therme gar keine Spritzmittel, auch kein Kupfer mehr verwenden dürfen, dann ist das dort für den Weinbau das Ende", sagte ein Winzer, der ebenfalls darauf hofft, dass es nun einen Konsens gibt. Schwierig ist für die Winzer das Ausbringen von Spritzmitteln auch deshalb, weil die Neubaubebauung vielfach an die Reben herangerückt ist – wenn dann noch Wind hinzukomme, hieß es, dann gebe es Ärger mit den Neubaugebietsbewohnern wegen der Abdrift.

Beschwerden gab es in der Versammlung bezüglich der Feldwege, die jetzt gerade im Bereich des Neubaugebiets "Hinterm Hof II" von schweren Lastwagen benutzt werden. "Unsere Wirtschafts- und Wanderwege sind für diese Maschinen und Laster nicht ausgelegt, die gehen alle kaputt. Der Zustand ist ein Armutszeugnis für einen Kurort, hier sollte die Gemeinde einschreiten", forderten einige.