ESA sucht die nächsten Weltraumfahrer

dpa

Von dpa

Mi, 17. Februar 2021

Panorama

Auch Menschen mit Handicap.

Erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt sucht die europäische Raumfahrtagentur ESA wieder neue Astronautinnen und Astronauten. "Viele Leute bewerben sich gar nicht, weil sie denken, die nehmen mich sowieso nicht", sagte der deutsche Astronaut Alexander Gerst am Dienstag bei einer Pressekonferenz der ESA. Davon sei er bei seiner Bewerbung damals auch ausgegangen. Die ESA will nun besonders Frauen ermutigen, sich zu bewerben. Zum ersten Mal sucht sie auch nach Menschen mit körperlichen Einschränkungen.

Gerst zufolge waren bei der letzten Bewerbungsrunde nur rund ein Sechstel Frauen. "Vielleicht auch deshalb, weil wir als Zielgruppe junge Frauen nicht erreicht haben", so der 44-Jährige, der seit seiner Rückkehr von der Raumstation ISS im Dezember 2018 der Deutsche ist, der am längsten im Weltraum war. Auf eine Quote will die ESA allerdings nicht setzen. "Wir werden grundsätzlich keine Quoten reinbringen", stellte Chiara Manfletti, Leiterin der Abteilung für Politik- und Programmkoordinierung, klar.

Insgesamt sucht die ESA vier bis sechs sogenannte Karriere-Astronauten für die Weltraummissionen. Hinzu kommen bis zu 20 Astronautinnen und Astronauten als Reserve. Sie können für spezifische Missionen ausgewählt werden. Im Rahmen dieses Reservepools ist die ESA explizit auf der Suche nach einer Astronautin oder einem Astronauten mit einem bestimmten Grad an körperlicher Behinderung. Sie will untersuchen, unter welchen Umständen der Kandidat oder die Kandidatin zur ISS fliegen kann. "Wir haben dazu viele unbeantwortete Fragen", sagte David Parker, Esa-Direktor für Astronautische und Robotische Exploration.