Nachmittagsbetreuung

Eschbacher Grundschüler rühren, kneten und backen mit der Becherbäckerin Birgit Wenz

Erich Krieger

Von Erich Krieger

Do, 05. Dezember 2019 um 12:50 Uhr

Stegen

In der Grundschule im Stegener Ortsteil Eschbach war jetzt Birgit Wenz aus Gottenheim zu Gast, die die "Kinderleichte Becherküche" entwickelt hat.

In der Grundschule im Stegener Ortsteil Eschbach schließen sich nach den Hausaufgaben in der Nachmittagsbetreuung in wechselnder Folge Arbeitsgruppen an: Kunst, Trickfilm, Sport, auch Kochen und Backen. Bei Letzterem war jetzt Birgit Wenz aus Gottenheim zu Gast, die die "Kinderleichte Becherküche" entwickelt hat und entsprechende Kochbücher und Utensilien über ihren Verlag vermarktet. Ihre Geschäftsidee hat sie auch schon vor längerer Zeit in der Gründer-Show des Fernsehsenders Vox erfolgreich präsentiert.

In der Schulküche steht auf vier Tischen schon alles bereit. Mehl, Kakaopulver, Zucker, Butter, Eier und weitere Zutaten und Kochwerkzeuge gruppieren sich um jeweils einen Bücherständer mit aufgeschlagenem Kochbuch der Becherküche. Süßes Naschgebäck mit verführerischen Überschriften soll entstehen: Elchkekse, Schokolinsenplätzchen, Herzplätzchen, Keksblumen oder Linzerplätzchen.

Für jedes Kind eine Schürze

Vor der Tür warten schon ungeduldig die 15 Schulkinder, während die Betreuerinnen Laura Osswald und Petra Lehmann mit Birgit Wenz letzte Hand anlegen. Die beiden Betreuerinnen studieren an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg, haben in Stegen bereits ein Praxissemester absolviert und sind bei der Hausaufgabenbetreuung hängengeblieben. FSJler Tim Dinser versucht derweil draußen die ungeduldige Rasselbande im Zaum zu halten. Dann ist es soweit.

Alle stellen sich in einer Reihe auf, denn jedes Kind bekommt erst mal eine Schürze ausgehändigt. Birgit Wenz bremst den ungestümen Tatendrang, denn zunächst müssen sich alle wie beim professionellen Backen die Hände waschen. Dann erklärt sie das Vorgehen. Jeder einzelne Arbeitsschritt wird in den Kochbüchern fotografisch und klar strukturiert gezeigt. Kompliziertes Abwiegen der Zutaten entfällt, denn dafür stehen unterschiedlich große und unterschiedlich farbige Becher bereit, die dieser Form des Backens ihren Namen verliehen haben. Mit den speziellen Werkzeugen können die Kinder selbständig und einfach die Zutaten für die verschiedenen Teige abmessen und erleben so spielerisch, eigenständig und schnell Erfolg.

Geknetet wird mit den Händen

Trotzdem haben die Kinder viele Fragen, und Birgit Wenz und die Nachmittagsbetreuer haben viel zu erklären. Zum Beispiel, wie man ein Ei am besten aufschlägt. Die Zutaten wandern nach und nach in die Teigschüssel, dann wird fleißig drauflos geknetet. Mit den Händen, versteht sich. Niemand drückt sich, im Gegenteil: Kein Kind scheut sich, in die Teigmasse zu greifen. Schwierig ist allerdings, die Kinder vom Teig naschen abzuhalten, denn das sollen sie nicht, weil in allen Teigen rohes Ei verwendet wird. Ist der Teig geschmeidig, wird er auf einer bemehlten Tischfläche ausgewellt. Hierbei beweisen die Kinder großes Geschick. Man sieht deutlich, dass viele dies nicht zum ersten Mal machen. Nun kommt die Feinarbeit: Teig ausstechen oder zu Kugeln formen, auf dem Backblech platzieren, verzieren, mit Eiglasur bestreichen oder mit Schokolinsen bestücken.

Auch das Aufräumen gehört zum Backen dazu

Erste Bleche verschwinden im vorgeheizten Backofen, schon bald ziehen süße Düfte durch die Schulküche. Die Kinder liefern unablässig Nachschub. Kaum ist ein Blech fertig gebacken, wandert ein nächstes in den freiwerdenden Einschub. Kein Wunder, denn die Kinder haben sich ein festes Ziel gesetzt: Am 17. Dezember sollen ihre Plätzchen und Kekse und alles, was bis dahin sonst noch gekocht und gebacken wird, bei einem Adventscafé mit Eltern und Lehrerinnen genüsslich verspeist werden – und es soll für alle reichen und allen schmecken. Die Kinder sind so fleißig und ernsthaft bei der Sache, dass auch das zum Backen gehörende Aufräumen völlig reibungslos verläuft. Alle sind die ganze Zeit bester Laune.