Dem Titelverteidiger droht das Aus

dpa

Von dpa

Do, 08. April 2021

Fussball International

Bayern München verliert das Champions-League-Viertelfinal-Hinspiel gegen Paris mit 2:3.

(dpa/BZ). Dem FC Bayern droht bei der Titelverteidigung in der Champions League nach der Torshow von Kylian Mbappé das Aus. 277 Tage nach dem Triumph von Lissabon kassierte der deutsche Fußball-Rekordmeister beim brisanten Wiedersehen mit Paris Saint-Germain im Viertelfinal-Hinspiel ein schmerzhaftes 2:3 (1:2). Lewandowski-Ersatz Eric Maxim Choupo-Moting (37. Minute) und Thomas Müller (60.) nutzten am Mittwoch nur zwei der zahlreichen Möglichkeiten der überlegenen Münchner – per Kopf. Das PSG-Starensemble präsentierte sich dagegen bei den Treffern von Mbappé (3./68.) und Marquinhos (28.) deutlich effizienter als noch im Finale im August.

Beim Rückspiel am Dienstag in Paris muss dem FC Bayern schon ein Königsklassen-Künststück glücken, um doch noch in das Halbfinale gegen Manchester City oder Borussia Dortmund einzuziehen. Das gestaltet sich für die Münchner umso schwer, da sie nach der Knieverletzung von Robert Lewandowski und dem positiven Corona-Test von Serge Gnabry zwei weitere Verletzte zu beklagen haben. Leon Goretzka (33.) und Niklas Süle (42.) mussten im Münchner Schneetreiben frühzeitig raus.

Die turbulente Partie war geprägt vom frühen Schrecken durch die schnelle Führung von Mbappé. Der französische Weltmeister nutzte nach einem Konter die Vorlage von Neymar, der im richtigen Moment auf seinen Sturmpartner querlegte. Mbappé schoss den Ball – anders als im Finale von Lissabon – durch die Beine des damals unüberwindbaren Neuer ins Netz. "Er hatte keine Möglichkeit zu reagieren", sagte Bundestrainer Joachim Löw im Halbzeit-Interview des Pay-TV-Senders Sky.

Das Tor war für die Bayern besonders ärgerlich, weil sie selber kurz zuvor eine große Chance vergeben hatten. Choupo-Moting scheiterte knapp mit einem Aluminiumtreffer: Der letztjährige Paris-Profi traf nach einer Ecke per Kopf nur die Latte. Die Bayern verstärkten nach dem 0:1 den Druck. Mit derselben Startelf, die in der Fußball-Bundesliga zuletzt das Spitzenspiel gegen RB Leipzig gewonnen hatte, dominierten die Gastgeber das Spiel. Sie waren aggressiver und beschäftigten die PSG-Defensive. Doch ohne Lewandowski fehlt es auch an Durchschlagskraft.

Das Team von Trainer Mauricio Pochettino, dem Nachfolger des im Dezember entlassenen Thomas Tuchel, kam einige Male in Bedrängnis. Und schlug dann wieder eiskalt zu. Die Situation schien geklärt, als Neymar das zweite Mal die Vorarbeit lieferte. Der Brasilianer hob den Ball mit einem langen Pass über die aufrückende Bayern-Abwehr und fand mit Marquinhos einen Abnehmer. Der Kapitän behielt die Nerven und schob am chancenlosen Neuer vorbei ins Eck. Doch noch in Hälfte eins kam Bayern zum Anschlusstreffer. Danach musste Flick noch einmal umbauen. Für den verletzten Süle kam Jerome Boateng, der keinen neuen Vertrag erhält. "Das war eine gemeinsame Entscheidung der Vereinsführung", hatte Sportvorstand Hasan Salihamidzic vor dem Anpfiff gesagt.

Während Paris in der ersten Halbzeit gnadenlos effektiv war und die wenigen Chancen eiskalt nutzte, vergab Neymar sieben Minuten nach der Pause und scheiterte an Neuer. Belohnt wurden die kämpfenden Gastgeber nach einem Freistoß. Unbedrängt köpfte Müller die Freistoß-Vorlage von Joshua Kimmich ins Netz. Doch Paris ließ nicht locker und schlug schnell zurück. Mbappé traf zum 3:2-Endstand.