Kreisliga A, Hochrhein

FC Hausen stoppt gegen SV Weil II den Negativtrend

Mario Schmidt

Von Mario Schmidt

Mo, 30. September 2019 um 17:11 Uhr

Kreisliga Hochrhein

Die Kreisliga A West bietet Woche für Woche torreiche Begegnungen. Am aktuellen Spieltag fielen – mit einer Ausnahme – in jeder Partie mindestens vier Treffer. Die Torflut begeistert aber nicht jeden Trainer.

Nach zuletzt drei Misserfolgen in Serie hat der FC Hausen gezeigt, dass er auch wieder gewinnen kann. Dabei kämpfte die Elf von Trainer Atilla Ürgen unter erschwerten Bedingungen gegen den Trend an. Nach zweimaligem Rückstand binnen der ersten 20 Minuten kam der FCH gegen den SV Weil II zurück und siegte 3:2. Ürgen hatte nach Abpfiff aber Redebedarf: "Erneut kassieren wir durch komplettes Eigenverschulden und Unachtsamkeiten zwei unnötige Tore und müssen abermals drei Tore schießen, um ein Spiel zu gewinnen", monierte der Coach, dem missfiel, dass sein Team "es zur Zeit nicht schafft, unsere Dominanz am Ergebnis deutlich zu machen". Ürgen, für den der Sieg "ganz klar verdient" war, ärgern die Fehler, die seine Elf nun "schon über einen längeren Zeitraum macht".
Fotos auf FuPa Südbaden: FC Hausen schlägt den SV Weil II

Anders als bei manchem Bundesligisten wird die Mentalität dieser Tage nicht infrage gestellt: "Die Jungs haben eine starke Moral. Sie kommen immer wieder zurück, egal wie es steht", sagt Ürgen. "Wir haben die Mentalität intus, aber das muss nicht immer so sein. Mir wäre es lieber, wenn wir seltener auf sie zurückgreifen müssten."

Die Hausener Moral erkennt auch Franco Viteritti, Trainer der Weiler Verbandsliga-Reserve, an: "Hausen gibt nie auf. Die könnten 0:4 hinten liegen und würden trotzdem weiter Gas geben. Das hat es uns natürlich schwergemacht, die Führung zu verteidigen." Mit dem Auftritt seiner Mannschaft ist Viteritti insgesamt zufrieden. Ärgerlich sei, dass seine Spieler es verpasst hätten, nach der 2:1-Führung den Deckel draufzumachen, denn parallel erstarkten die Gastgeber und "kamen zu mehr Spielanteilen, auch durch eine Gelb-Rote Karte gegen uns, die ich etwas überzogen fand", so Viteritti. Danach "war die Luft raus und viele kleine Faktoren haben dazu geführt, dass wir nicht mehr reagieren konnten". Aufgrund der Leistung der ersten 45 Minuten "wäre ein Unentschieden okay gewesen". Mit derselben Einstellung wie im ersten Durchgang möchte man am Samstag gegen den SV Eichsel die Punkte behalten: "Es wird Zeit für einen Sieg."

Für Ürgen und Hausen geht es erst in drei Wochen weiter. Dass sein Team danach oben angreifen wird, glaubt er aber nicht: "Man muss ehrlich sein: Wir haben nicht die Qualität, um oben mitzuspielen. Für uns geht es ganz normal weiter."

Wehrer Co-Trainer Bauder mit goldenem Händchen

Das geht es auch für Trainer Sascha Müller mit dem TuS Lörrach-Stetten. Mit 2:4 unterlag der Vizemeister dem FC Wehr. Für Müller war der Grund schnell gefunden: "Die individuellen Fehler – ganz klar. Wir drehen das Spiel zu unseren Gunsten, sichern uns dann gegenseitig nicht ab und machen es Wehr viel zu einfach, Tore zu schießen." Für den 39-Jährigen sei es nicht zu erklären, wie es abermals zu solchen Schnitzern kommen konnte. "Wer solche Fehler macht, braucht sich nicht zu wundern. Wir müssen das dringend abstellen."

Die Lörracher Fehler bestraften die Wehrer auch in Abwesenheit ihres Trainers eiskalt. Den im Urlaub weilenden Uwe Kraehling vertritt Co-Trainer Michael Bauder, und der bewies bei seinen Einwechslungen ein goldenes Händchen. Mit Maik Kessler und Andreas Ranert kamen die Torschützen zum 3:2 und 4:2 von der Bank. "Wir haben den Sieg eingewechselt. Die Breite unseres Kaders hat heute den Unterschied ausgemacht", so Bauder, für den es ein "verdienter Sieg" war, in einem Spiel, "in dem Stetten uns alles abverlangt hat". Im Gipfeltreffen am Sonntag zwischen dem neuen Primus Wehr und dem TuS Kleines Wiesental, wird Kraehling dann wieder neben Bauder auf der Trainerbank Platz nehmen.

SV Stühlingen gewinnt Aufsteigerduell beim FC Grießen

In der Ost-Staffel hat es nun auch den VfR Horheim-Schwerzen erwischt. Nach der 1:2-Niederlage beim Tabellenletzten FC Bad Säckingen bleibt einzig die Bilanz des Spitzenreiters SG Mettingen/Krenkingen – sechs Siege aus sechs Spielen – unbefleckt. Die Nullachter gaben die Rote Laterne an den FC Grießen ab, der weiterhin als einziges Team in der Staffel auf den ersten Sieg wartet. Auch im Heimspiel gegen Mitaufsteiger SV Stühlingen wurde es nichts mit einem dreifachen Punktgewinn.

Dabei hatte es lange Zeit zumindest so ausgesehen, als gingen die Grießener nicht mit leeren Händen vom Platz. "Wir haben in der ersten halben Stunde sehr schlecht gespielt. Grießen war klar besser und ist auch verdient in Führung gegangen", befand der Stühlinger Coach Fabian Spitz. Doch die Gäste fingen sich, "nach dem Ausgleich sind wir stärker geworden und haben das Spiel im zweiten Durchgang klar dominiert. Der Sieg ist verdient, in der Höhe zu niedrig", resümierte Spitz nach dem zweiten Saisonerfolg.

Standardstärke verhilft Stühlingen zum Auswärtssieg

Das 2:1 für die Gäste fiel durch einen sehenswerten Freistoß von Adelin Oborocianu (60.), der auch das 3:2 per Elfmeter beisteuerte (79.). Der rumänische Angreifer ist nebst Niklas Lang, der für das 1:1 verantwortlich zeichnete, mit drei Treffern derzeit erfolgreichster SVS-Torschütze. Allerdings wäre den Gästen die Fahrlässigkeit vor dem Tor fast zum Verhängnis geworden: "Nach dem 2:2 stand das Spiel kurzzeitig auf der Kippe. Unsere Chancenverwertung war nicht die beste, was zum Glück nicht bestraft wurde", sagte Spitz. Oborocianus Strafstoßtor brachte die Gäste dann auf die Siegerstraße, fünf Minuten vor dem Ende besiegelte Stühlingen die Niederlage der Rot-Weißen mit Matthias Gengs Treffer zum 4:2-Endstand.

Vor dem kommenden Spiel gegen den Tabellenvierten C.S.I. Juve Rosetta Laufenburg sind die Stühlinger gewarnt: "Das wird ein sehr schweres Match, in dem wir deutlich schlechter aussehen werden, sofern wir die ersten 30 Minuten aus dem Grießen-Spiel wiederholen sollten", warnt SVS-Coach Spitz, der großen Respekt vor den Laufenburgern hat: "Sie haben sich bislang teuer verkauft, aber in unseren Heimspielen rechnen wir uns etwas aus – auch gegen die C.S.I."