"Jörg Kienast war damals der abgezockteste Libero"

Jürgen Ruoff

Von Jürgen Ruoff

Fr, 08. Januar 2021

Landesliga Staffel 3

Jörg Klausmann, der 30 Jahre Fußball gespielt hat und mittlerweile seit mehr als zwei Jahrzehnten Mannschaften coacht, nominiert seine persönliche Topelf.

. In Furtwangen hat er gekickt, in St. Georgen, in Neustadt und in Donaueschingen. Als Spielertrainer und Trainer hat er ebenfalls eine Schwarzwald-Odyssee hinter sich, derzeit coacht Jörg Klausmann ziemlich erfolgreich den Fußball-Landesligisten FC Löffingen, der vor der Saison als Abstiegskandidat gehandelt wurde und nun in der obereren Tabellenhälfte steht. Nur wenige kennen den Fußball in der Region so gut wie der 51-Jährige. Auf die Topelf von Jörg Klausmann ist man deshalb besonders gespannt. Hier ist sie im 4-3-3-System:

Joe Rimmele (FC Bräunlingen): Bräunlingen war meine erste Station als Spielertrainer, wir sind in die Landesliga aufgestiegen. Ich habe mit vielen guten Torleuten zusammengespielt, aber in der Saison war Joe Rimmele für so einen No-Name-Verein wie den FC Bräunlingen – wir waren ja kein Titelfavorit – der Garant dafür, dass so was wie der Aufstieg machbar war. Wir haben vorne viele Tore geschossen, aber er hat uns sehr oft mit seinen Taten im Spiel gehalten. Das war ein super Junge, einfach ein feiner Kerl.

Rochus Fleig (FV St. Georgen): Ein begnadeter Linksfuß, wir haben erfolgreich in der Verbandsliga zusammen gespielt. Auch privat haben wir viel gemacht. Er spielt links in der Viererkette.

Jörg Kienast (FV Donaueschingen): Wir haben damals ja noch mit Libero gespielt und er war der abgezockteste Libero, den ich kenne. Ein Supertyp. Wir hatten immer viel Spaß zusammen beim FV Donau. Ein begnadeter Fußballer, ein Riesentechniker und auch ein feiner Kerl. Er spielt bei mir in der Innenverteidigung.

Urban Klausmann (FC Furtwangen): Er ist mein zweiter Innenverteidiger. Wir sind über ein paar Ecken miteinander verwandt. Urban Klausmann war Spielertrainer in Furtwangen, er hat mich damals in die Verbandsligamannschaft geholt. Es war der Auftakt meiner Fußballkarriere bei den Aktiven. Er hat mich vom A-Jugendspieler zu einem guten Verbandsligaspieler gemacht, da war ich 18. Er war ein Riesenfußballer, Ex-Profi. Es war für mich eine Ehre, unter ihm spielen zu dürfen.

Andreas Ackermann (FC Neustadt): Rechts in der Viererkette spielt Acki. Mit ihm habe ich zum Schluss meiner Karriere zusammen gespielt. Der Acki muss da rein in diese Topelf, weil er ein Kämpfer vor dem Herrn war. Immer hochmotiviert, auch privat ein Supermensch, mit dem ich viele schönen Stunden erleben durfte beim FC Neustadt.

Daniel Wehrle (FC 08 Villingen): Im Mittelfeld spiele ich mit drei Sechsern, er ist der erste. Ein ehemaliger Spieler von mir aus der Villinger U 19, ich hatte ihn von der Eintracht Freiburg geholt. Wir sind mit der U 19 dann in die Oberliga aufgestiegen. Er hat eine Supersaison gespielt. Später bei den Aktiven hat er den Sprung in die Oberliga geschafft, jetzt spielt er in Rielasingen. Auf ihn war immer Verlass, ein sehr netter Kerl. Wir haben uns immer gut verstanden. Er kommt aus Rötenbach.

Andreas Schuler (FC Furtwangen/FV Donaueschingen): Er ist mein zweiter Sechser. Wir haben in Furtwangen zusammengespielt und später auch beim FV Donaueschingen, bei FVD war er später auch Trainer. Für mich eine Legende. War immer sehr professionell, hochmotiviert, hat zusätzliche Trainingseinheiten absolviert. Er gehört da rein. Es war eine Ehre, mit ihm Fußball spielen zu dürfen. War ’ne tolle Zeit.

Markus Knackmuß (FV Donaueschingen): Ins rechte Mittelfeld nehme ich Markus Knackmuß rein. Er ist in Dresden Profi geworden, zum Schluss dann auch in Augsburg, wo er meines Wissens am Ende Spielführer war. Er ist ein langjähriger Freund von mir und Trainerkollege. Er hat Furtwangen trainiert. Jetzt ist er gerade in Rietheim Coach. Er war immer ein ordentlicher Kerl. Wir haben sehr viel Zeit zusammen verbracht.

Tevfik Ceylan (FC 08 Villingen): Er spielt bei mir vorne links im Sturm. Er kam aus den Villinger B-Junioren zu mir in die U 19. Er war ein guter Abwehrspieler, ich habe dann einen guten Offensivspieler aus ihm gemacht. Er hat anschließend dann relativ schnell bei den Aktiven den Sprung in die Oberligamannschaft geschafft. Er hat sich immer brutal reingehängt, er wird auch mal ein guter Trainer. Im Moment ist er mit Bräunlingen ja auch erfolgreich. Er hat einen super linken Fuß, ich habe ihn zwei Jahre trainiert. Ich glaube, ich kann behaupten, dass er auch durch mich so weit gekommen ist und den Sprung in die Oberliga geschafft hat.

Günter Limberger (FV Donaueschingen): Er ist mein zentraler Stürmer, eine Legende. Ich habe drei Jahre mit ihm zusammen gespielt. Ich habe ihm damals das Tor im DFB-Pokal gegen den 1. FC Köln vorbereitet. Er hat den Freistoß von mir reingeballert. Das waren die Höhepunkte, die wir erlebt haben: südbadischer Pokalsieger und dann im DFB-Pokal gegen Köln (Anm. der Red: Endergebnis 1:3). Er war mein Sturmpartner beim FV Donau, wir hatten eine erfolgreiche Zeit.

Naser Berisha (FC Neustadt): Er spielt in meiner Elf rechts im Sturm. Ein abgezockter, gewiefter Stürmer, selten so einen erlebt. Vor dem Tor war er supercool, dafür war er bekannt.

Dieter Rinke (FV Donaueschingen): Beim Trainer führt kein Weg an ihm vorbei. Er hatte Kanten, aber er hat sich um die Menschen gekümmert. Er hat alles für uns Spieler gemacht, denn wir waren damals ja Chaoten. Wir waren gute Fußballer, aber auch ein bisschen chaotisch drauf. Dieter hat aus dem Ganzen aber eine große Truppe gemacht mit dem Höhepunkt im DFB-Pokal gegen Köln. Er war ehrlich, er hat die Spieler kritisiert, aber auch hinten rum gleichzeitig wieder aufgebaut und viele Gespräche geführt. Ein guter Mensch. Er wollte Topspieler aus uns machen und viele davon wurden Profis. Das spricht für ihn.

Urban Klausmann (FC Furtwangen). Er ist mein zweiter Trainer neben Rinke. Er war mein erster Coach im Aktivenbereich. Er hat Furtwangen als Spielertrainer von der Kreisliga bis in die Verbandsliga geführt. Ein Supercharakter. Ex-Profi, alte Schule, immer sehr ehrgeizig.