Mit "halbvollem Tank" zu einem Teilerfolg

Winfried Dietsche

Von Winfried Dietsche

Mo, 30. August 2021

FC Basel

FC Basel schafft gegen die Young Boys nach Rückstand ein 1:1-Remis / 30 000 Zuschauer erleben zwei grundverschiedene Halbzeiten.

(-di). Ja, das gibt es auch. Arthur Cabral, der Goalgetter des FC Basel, ließ im Schlussviertel der Partie gegen die Berner Young Boys drei mitttelprächtige Torchancen ungenutzt. Und so belohnten sich die Bebbi nur teilweise für die Aufholjagd der zweiten Hälfte. Mit dem 1:1 (0:1)-Remis am Sonntag vor 30 000 Zuschauern im St.-Jakob-Park schafften es die zweitplatzierten Bebbi immerhin, den vor der Pause dominanten Meister in der Tabelle der Schweizer Fußball-Super-League vor der Länderspielunterbechung auf Distanz zu halten.

In dem Match, von der Zürcher Sonntagszeitung schon vor dem Anpfiff als ein Duell annonciert, "das endlich wieder einmal mehr ist als die Karikatur eines Spitzenspiels", sah YB-Trainer David Wagner seine Elf "eine wahnsinnig gute erste Halbzeit" spielen, die sich im Tor von Jordan Siebatcheu (20. Minute) eher unzureichend niederschlug. "Da sind wir nur hinterhergelaufen", befand FCB-Verteidiger Raoul Petretta hinterher. Die Überlegenheit der Gäste ist dann nach Wagners Urteil "nicht vom Gegner" gestoppt worden, sondern von Schiedsrichter Sandro Schärer, der den Berner Quentin Maceiras sehr hart mit Gelb-Rot vom Platz stellte (43.).

In Unterzahl sahen sich die bis dahin aggressiveren und stilsichereren Berner in die Defensive gedrängt. Für die Basler schaute allerdings nicht mehr heraus als der Ausgleich. Sebastiano Esposito traf mit einem direkt verwandelten Freistoß aus gut 20 Metern (52.). Für den Dreier hätten sie "zu wenig klare Torchancen gehabt", bekannte Petretta.

"Unser Tank war nur halbvoll", stellte FCB-Coach Patrick Rahmen hinterher fest. Die Basler hatten nach dem 120-Minuten-Fight plus erfolgreichem Elfmeterschießen bei Hammarby IF zum Einzug in die Gruppenphase der Europa Conference League nur zwei Tage Pause, die Berner nach der Qualifikation für die Gruppenphase der Champions League gegen Ferencvaros Budapest deren vier (und davor ein spielfreies Wochenende).

In Stockholm hatte Cabral mit einem Foulelfmeter in der 110. Spielminute das Penaltyschießen erzwungen und mit dem letzten verwandelten Schuss Rot-Blau jubeln lassen. Weite Reisen gen Osten, "keine großen Zuschauermagnete" als Kontrahenten, wie Rahmen es nennt, und sportlich klar die Favoritenrolle: Das beschert Basel die Gruppenauslosung. "Unser Anspruch muss es sein, international zu überwintern", sagt der Trainer vor den Duellen mit Karabach Agdam aus Aserbaidschan (Startspiel am 16. September in Baku), Kairat Almaty aus Kasachstan und Omonia Nikosia aus Zypern.