Festhalle: Kleine Reparaturen sollen vorerst genügen

Regine Ounas-Kräusel

Von Regine Ounas-Kräusel

Sa, 16. November 2019

Weil am Rhein

Haltinger Ortschaftsräte folgen dem Vorschlag der Verwaltung, knüpfen ihre Zustimmung aber an verschiedene Bedingungen.

WEIL AM RHEIN-HALTINGEN (ouk). Die Stadt will Sanierung oder Neubau der Festhalle auf Eis legen. Stattdessen will sie die Halle so ertüchtigen, dass sie weiterhin nutzbar bleibt. Dieser neuen Marschrichtung stimmte der Ortschaftsrat am Donnerstag unter einer Bedingung zu: Spätestens nach Ablauf der Legislaturperiode, also 2024, müssten Sanierung oder Neubau in Angriff genommen werden.

Bislang gibt es eine Kostenschätzung, dass die Sanierung gut sieben Millionen Euro teuer wäre. Außerdem sollte die Stadtverwaltung in diesem Jahr eine Kostenschätzung für einen Neubau vorlegen, damit der Gemeinderat 2020 über die Zukunft der Halle entscheiden kann.

Bei einer Besichtigungsfahrt am 26. Oktober kam nun der Vorschlag, die Festhalle "mittel- oder langfristig" mit kleineren Maßnahmen zu ertüchtigen und die Sanierung oder den Neubau zu verschieben. "Langfristig" umfasse die aktuelle Legislaturperiode und weitere zwei bis drei Jahre, erläuterte Ortsvorsteher Gleßner. Die Gründe: Die Stadt muss große Baumaßnahmen bewältigen, die viel Geld – im kommenden Jahr 53 Millionen Euro – und Personal binden. Dazu zählt die geplante Rathaussanierung. Bei der Rundfahrt habe man festgestellt, dass die Festhalle trotz aller berechtigen Klagen der Vereine nicht in ganz schlechtem Zustand sei, erklärte Bürgermeister Rudolf Koger.

Thomas Bayer wies jedoch auf größere Mängel in der Halle hin. Ein Deckenbalken, an dem eine Trennwand angebracht sei, hänge durch, die Asbestbelastung sei bekannt. Außerdem müsse man klären, ob die Halle, wie viele Gebäude in Südbaden, mit Radon belastet sei. Mittelfristig könne er mit kleineren Reparaturen leben, langfristig nicht, sagte Bayer.

Schon seit zehn Jahren bemühe sich der Ortschaftsrat um die Sanierung der Halle, sagte Katharina Hütter. Sie kritisierte, dass die Stadt stattdessen die Rathaussanierung vorwärtstreibe. Die Sanierung des Rathauses habe die Stadt schon im Blick, seit Wolfgang Dietz Oberbürgermeister wurde, entgegnete Koger. Um Personal zu bekommen, müsse man attraktive Arbeitsplätze schaffen. Peter Reinacher, der auch Vorsitzender des TV Haltingen ist, war mittelfristig mit kleineren Reparaturen einverstanden. Jan Bautz drängte, dass die Stadt parallel dazu die Zukunft der Halle plant. Er empfahl, die Wände so zu isolieren, dass die Sportler nicht frieren. Die Vereine würden vor allem über Kälte klagen, bestätigte Gleßner. Die Stadt arbeite bereits eine Mängelliste der Vereine ab. Die Planungen für die Zukunft sollten parallel dazu anlaufen.

Alexander Breidenbach forderte eine breite Diskussion über die Zukunft der Halle und des Geländes rund um Festhalle und Sägischopf. Tatsächlich wird die Zufahrt, der Eimeldinger Weg, zur regionalen Verkehrsstraße, wenn die Nordwestumfahrung im Dezember in Betrieb geht. Deshalb will die Stadt das Gelände und freie Flächen in der Umgebung überplanen. Im Haushaltsentwurf für 2020 steht bislang kein Geld für die Ertüchtigung der Festhalle bereit. Anfang 2020 soll ermittelt werden, welche Arbeiten notwendig sind, erläuterte Koger. Der Gemeinderat könne nachträglich Gelder genehmigen.