Wo heimisch drauf steht, sollte heimisch drin sein

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 28. Juli 2020

Fischingen

Fischinger Landwirte stören Bürokratie und Kennzeichnungsrecht.

(BZ). Von den Freuden der landwirtschaftlichen Arbeit, aber auch von vielerlei Problemen erfuhren der FDP-Bundestagsabgeordnete Christoph Hoffmann, der Fraktionsvorsitzende der FDP im Landtag, Hans-Ulrich Rülke, sowie Landrätin Marion Dammann kürzlich bei ihrem Besuch auf dem Weingartenhof von Familie Denzer in Fischingen. Der Weg hatte sie auf ihrer Kreisbereisung dort hingeführt, weil sie sich über die Auswirkungen der Corona-Pandemie bei landwirtschaftlichen Betrieben informieren wollten.

Seit vielen Jahren beschäftigt der von den Geschwistern Susanne und Georg Denzer geführte Familienbetrieb rund 25 Arbeitskräfte, vorwiegend aus Polen und Rumänien. Der diesjährige Ausfall der Arbeitskräfte konnte glücklicherweise mit zahlreichen Freiwilligen, Arbeitslosen oder Kurzarbeitern aufgefangen werden, berichtete Susanne Denzer. Ein Plus war für sie, dass die Landwirtschaft in den vergangenen Monaten vermehrt positiv wahrgenommen wurde.

Kritik übten die Geschwister Denzer am Kennzeichnungsrecht. Deklarierungen führten – etwa bei Aufzählungen – so mitunter in die Irre. "Äpfel werden beworben mit der Herkunft Deutschland, Belgien, Polen. Dass dabei nur der geringste Anteil aus Deutschland stammt, kann der Kunde nicht erkennen und nachvollziehen", kritisierten sie.

Ein Wunsch der Landwirte war eine stärkere Bewerbung der Landwirtschaft. Auch die Erzeuger-Wochenmärkte, die in vielen Landkreisen schon aufgegeben wurden, stärkten die Landwirtschaft. Georg Denzer kritisierte auch den hohen Bürokratieaufwand für Landwirte. Hier seien andere Bundesländer landwirtschaftsfreundlicher, meinte er. "Für jeden Quadratmeter Bewirtschaftung müssen detaillierte Angaben vorliegen." Eine weitere Herausforderung seien die verschärften Auflagen für Pflanzenschutzmittel. Dies führe schrittweise zu einem eingeschränkten Angebot an Kulturen, so Familie Denzer. Hoffmann und Rülke sahen generell wie Familie Denzer finanzielle Direktzahlungen für eine EU-weite Konkurrenzfähigkeit als wichtiges und unerlässliches Instrument an. Nur so könne die Landwirtschaft in Deutschland im EU-Handel bestehen. Landrätin Marion Dammann hob die Einzigartigkeit des Dreiländerecks hervor. Die offene, heterogene Landschaft mit sowohl ländlichen als auch urbanen Zügen, mit stetig wachsendem Handel und Dienstleistungssektor machten den Landkreis auch touristisch zu einer interessanten Region.