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Warum attackieren Hunde so häufig Briefträger?

Johanna Jacobs

Von Johanna Jacobs

So, 02. Februar 2020 um 16:29 Uhr

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Etwa 2000 Mal pro Jahr müssen sich Briefträger der Beißattacken von Hunden erwehren. Warum Vierbeiner ausgerechnet Postboten nicht mögen, hat unterschiedliche Gründe.

"Hunde haben einen Territorial-Anspruch: das eigene Zuhause muss verteidigt werden", erklärt Ulrike Halsband, Professorin für Neuropsychologie an der Universität Freiburg und Autorin des Buches "Gehirn, Intelligenz und soziales Verhalten von Hunden (Canis lupus familiaris)".

Aus Sicht des Hundes sei der Briefträger eine fremde Person, die täglich wiederkomme und trotz Drohgebärden wie angriffslustiger Körperhaltung, Bellen und Zähnefletschen immer wieder in sein Revier eindringe.

Irritierend für Hunde seien auch die vielen Geruchsspuren, etwa von anderen Artgenossen oder Katzen, denen der Postbote auf seiner Runde schon begegnet ist. Ein weiterer Grund für das angespannte Verhältnis: "Hunde lernen voneinander: Wenn ihr Nachbarhund regelmäßig den Briefträger anbellt, wird ihr eigener Hund mit großer Wahrscheinlichkeit dasselbe tun", so Halsband.

Spezielle Seminare bereiten Zusteller zwar auf den richtigen Umgang mit aggressiven Hunden vor. Das einfachste Mittel gegen die etwa 2000 Beißattacken pro Jahr in Deutschland wären allerdings Briefkästen, die so angebracht werden, dass der Hund keinen Zugang hat.

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