Frau in den USA hingerichtet

afp

Von afp

Do, 14. Januar 2021

Panorama

Todesstrafe wegen Mordes.

Die Regierung des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump hat kurz vor dessen Ablösung eine wegen Mordes verurteilte Frau hinrichten lassen. Die 52-jährige Lisa Montgomery starb in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) durch eine Giftspritze im Gefängnis in Terre Haute im US-Bundesstaat Indiana, wie Medien unter Berufung auf die Behörden berichteten. Dies sei die erste Hinrichtung einer nach Bundesrecht verurteilten Straftäterin seit 1953. Stunden zuvor hatte der Oberste Gerichtshof mit zwei Entscheidungen den Weg für die Exekution frei gemacht.

Montgomery war 2007 des Mordes sowie Kidnappings schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt worden. 2004 hatte sie die damals 23-jährige, schwangere Bobbie Jo Stinnett über das Internet kennengelernt. Sie besuchte diese zu Hause in Skidmore (Missouri). Stinnett wurde wenig später erwürgt und mit aufgeschnittenem Unterleib aufgefunden. Tage später spürte die Polizei die Täterin im Nachbarstaat Kansas auf. Das Kind hatte sie bei sich. Freunden und Bekannten erzählte sie, es sei ihre Tochter. Das Kind überlebte und wuchs beim Vater auf.

Die Trump-Regierung hatte die Vollstreckung von Todesurteilen auf Bundesebene vergangenes Jahr wieder aufgenommen. Bis zur Amtsübernahme von Joe Biden am 20. Januar will sie nach Angaben des Death Penalty Information Centers zwei weitere Urteile vollstrecken. Ein Gnadengesuch von Montgomerys Anwälten ignorierte Trump.