Bürgerentscheid

Freiburg stimmt für neuen Stadtteil Dietenbach für 15.000 Bürger

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

So, 24. Februar 2019 um 21:34 Uhr

Freiburg

Freiburgs neuer Stadtteil Dietenbach kann gebaut werden: 60 Prozent der abgegebenen Stimmen entfielen am Sonntag beim Bürgerentscheid auf das geplante Quartier, 40 Prozent waren dagegen.

Die Wahlbeteiligung lag bei 49,6 Prozent. Das erforderliche Quorum wurde erreicht, die Abstimmung ist damit bindend.



Oberbürgermeister Martin Horn freute sich über das klare Ergebnis, bot aber den Kritikern und Skeptikern weitere Gespräche an.

Es ist das größte Wohnbauprojekt Südbadens und eines der Größten in Deutschland: Die Wählerinnen und Wähler haben am Sonntag grünes Licht für die Freiburger Stadterweiterung gegeben. Im Westen der Stadt zwischen dem Stadtteil Rieselfeld und dem Autobahnzubringer Mitte sollen 6500 Wohnungen für rund 15000 Bewohner entstehen.

"Soll das Dietenbachgebiet unbebaut bleiben?" hatte die Frage auf dem Wahlzettel gelautet – und am Ende hat sich das Nein-Lager durchgesetzt. Die Mehrheit fiel am Ende sogar noch deutlicher aus, als beim letzten Bürgerentscheid vor vier Jahren, als die Freiburger einem neuen Stadion für den SC Freiburg zugestimmt hatten. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,6 Prozent – das ist der höchste Wert im Vergleich aller bislang sechs Freiburger Bürgerentscheide. Das erforderliche Quorum von 20 Prozent der Wahlberechtigten haben die Dietenbach-Befürworter deutlich erreicht. Das Ergebnis ist damit bindend. Die Stadtverwaltung und 43 der 48 Stadträtinnen und Stadträte hatten sich allerdings ohnehin dafür eingesetzt.
Der Wahlabend im Liveticker: Freiburg entscheidet über den Dietenbach

"Mir fällt ein großer Stein vom Herzen", kommentierte Oberbürgermeister Martin Horn das Ergebnis, der sich in den vergangenen Tagen mit einem Video und einer Online-Sprechstunde in den Wahlkampf eingeschaltet hatte. Horn freute sich vor allem, dass es im Stadtteil Rieselfeld eine Mehrheit für das künftige Nachbarquartier Dietenbach gegeben hat. Der OB kündigte aber auch an, Gräben schließen zu wollen. Er bot den Gegnern des Großbauprojekts Gespräche an.


"Realistisch musste man sehen, dass eine Mehrheit nicht wahrscheinlich gewesen wäre. 40 Prozent können sich aber sehen lassen", meinte Ulrich Glaubitz von der Aktion "Rettet Dietenbach". Man habe das Ergebnis als gute Demokraten zu akzeptieren. "Wir sehen aber auch, dass wir in der Bevölkerung andere Verhältnisse haben als im Gemeinderat", so Glaubitz.

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