Luftsport

Lärmschutz soll verschärft werden – was bedeutet das für den Freiburger Flugplatz?

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Di, 18. Juni 2019 um 13:53 Uhr

Freiburg

Das Verkehrsministerium möchte die Lärmschutzverordnung für Landeplätze verschärfen. Welche Folgen hat das für die Ultraleichtflieger und Tragschrauber auf dem Freiburger Flugplatz?

Damit Menschen in der Nähe von Flugplätzen mehr Ruhe haben, soll die Lärmschutzverordnung für Landeplätze verschärft und Ultraleichtflugzeuge sowie Gyrokopter einbezogen werden. Das teilte das Verkehrsministeriums des Landes mit. Doch was bedeutet das für die Ultraleichtflieger und Tragschrauber, die auf dem Freiburger Flugplatz starten und landen?

Freiburger Flugplatz fällt unter die Verordnung

Stuttgart hatte sich für den Schutz vor Lärm eingesetzt, weil es in Nordbaden Beschwerden über den nahen Flugplatz Speyer in der Pfalz gab. Tiefe Ultraleichtflieger und relativ laute Gyrokopter – Drehflügler, die aussehen wie abgespeckte Hubschrauber – fielen laut Ministerium besonders unangenehm auf. Diese Luftsportgeräte fallen bisher nicht unter die Verordnung, doch das soll sich ändern und das förmliche Verfahren auf Bundesebene nun starten. Das könnte heißen, dass Gyrokopter auf mehr Landeplätzen als bisher in Schutzzeiten nicht mehr fliegen dürfen. Die Verordnung schränkt den Flugbetrieb an Landeplätzen mit über 15 000 Flugbewegungen im Jahr bereits ein: Kleinere Flugzeuge ohne Lärmzeugnis dürfen zum Beispiel zwischen 13 und 15 Uhr sowie wochenends zwischen 13 und 9 Uhr nicht starten und landen; solche mit Zeugnis dürfen frühestens nach einer Stunde Flug wieder zurückkehren.

Landeplätze sind ein Mittelding zwischen Flughafen und Segelflugplatz. Der Freiburger hat zwar die Adresse "Am Flughafen", ist aber auch nur ein Verkehrslandeplatz. Der registriert 30 000 Starts und Landungen im Jahr, sagte Geschäftsführer Michael Broglin am Montag im Tower. Damit falle der Flugplatz schon unter die Verordnung. Freiburg betreffe die geplante Änderung jedoch nicht: "Wir halten das schon alles ein", sagte Broglin. Ohnehin seien Ultraleichtflugzeuge sehr leise.

Gyrokopter-Routen führen durch dünnbesiedeltes Gebiet

"Wir sind uns der Lärmthematik bewusst und bemühen uns um Rücksicht", sagte Yannic Edelbrück, Geschäftsführer der Firma "Takeoff Aviation". Die Flugschule bietet Kurse sowie Rundflüge mit Ultraleichtflugzeug und Tragschrauber an. Gyrokopter-Routen führten durch dünnbesiedelte Gebiete, An- und Abflug übers Industriegebiet und den Mooswald, sagte Edelbrück. "Das ist in Freiburg eher unkritisch." Beschwerden gebe es kaum. Anders als der Flugplatz Freiburg liege der von Speyer quasi in der Stadt.

Ein Problem sieht der Flugschulchef in der Verschärfung nicht: "Wir drehen mit dem Gyrokopter keine Platzrunde und halten uns zu den genannten Zeiten zurück." Die Tragschrauber haben ein Lärmzeugnis, so Edelbrück. Sie seien objektiv nicht lauter als andere Flugzeuge, wirkten durch die Verbindung von hinten liegendem Motor und Propeller aber so. Bei den Ultraleichtflugzeugen gebe es nur noch einige Oldtimer ohne das Zeugnis.