Beweidungsprojekt

Rinder grasen an der Elz als Ausgleich für den Bau des SC-Stadions

Patrik Müller

Von Patrik Müller

Do, 19. September 2019 um 16:13 Uhr

Freiburg

Die Rinder an der Elz bei Köndringen sollen einer geschützten Vogelart helfen, Futter zu finden – als Ausgleich für den Bau des SC-Stadions. Die Stadt Freiburg investiert in das Projekt 120.000 Euro.

Die Stadt Freiburg hat rund 120.000 Euro in ein Beweidungsprojekt mit Rindern an der Elz in der Nähe des Teninger Ortsteils Köndringen investiert. Dabei handelt es sich um eine von fünf Ausgleichsmaßnahmen für die besonders geschützten Vogelart Dohle, die mit dem Bau des neuen SC-Stadions Nahrungsfläche verlieren wird.

In Köndringen sollen Hinterwälderrinder die Voraussetzungen schaffen, dass die Rabenvögel Futter finden – Dohlen können beispielsweise im abgefressenen Gras nach Insekten oder Samen picken.

Insgesamt gibt die Stadt eine Million Euro für die Dohle aus

Das Beweidungsprojekt in Köndringen ist laut einer Mitteilung der Stadt Freiburg nach der Anlage von Magerrasen beim Freiburger Flugplatz die zweite Ausgleichsmaßnahme für den Dohlenschutz, die umgesetzt wird. Noch in Planung sind die Umwandlung einer Ackerfläche in Grünland bei Schallstadt/Mengen, die Entsiegelung und Entwicklung von Magerrasen auf dem Flugplatz Bremgarten sowie die Aufwertung einer Grünlandfläche links der Dreisam beim Teninger Ortsteil Nimburg. Insgesamt gibt die Stadt eine Million Euro für die Dohle aus.

Die Elz bei Köndringen wurde auf Kosten der Bahn renaturiert und, wie die Dreisam bei Ebnet, aus ihrem Kanalbett befreit – als vorgezogener Ausgleich für den Ausbau der Rheintalstrecke. Bei einem Pressetermin in Köndringen bezeichnete Freiburgs Baubürgermeister Martin Haag Ausgleichs-Kombinationen als sinnvolles Mittel im Kampf gegen Flächenknappheit. Axel Mayer, Geschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz in Freiburg, sagte auf BZ-Anfrage, er hätte sich einen "echten" Ausgleich gewünscht.