Kommunalwahl 2019

Freie Wähler, CDU und SPD treten in Vörstetten erneut zur Kommunalwahl an

Anja Kunz

Von Anja Kunz

Di, 21. Mai 2019 um 08:56 Uhr

Vörstetten

Vor der Kommunalwahl beschäftigen sich die Fraktionen aus dem Vörstetter Gemeinderat mit ähnlichen Themen. Doch es gibt auch Unterschiede.

Im Vörstetter Gemeinderat lässt es sich gut zusammenarbeiten. Da sind sich alle drei Fraktionen – Freie Wähler, SPD und CDU – einig. Selbst bei kontroversen Diskussionen sei immer ein sehr sachliches Grundklima vorhanden. Bei Abstimmungen herrsche meist fraktionsübergreifend Einigkeit. So sind es auch ganz ähnliche Themen, die die Fraktionen vor der Kommunalwahl beschäftigen: die maßvolle Dorfentwicklung, die gute Kinderbetreuung im Ort, die bessere Anbindung an den ÖPNV. Doch es gibt auch Unterschiede.

Freie Wähler Vörstetten

Mit fünf Sitzen sind die Freien Wähler die stärkste Fraktion im Vörstetter Rat. Einer der Themenschwerpunkte für die nächsten Jahre ist eine bauliche Entwicklung mit Bedacht. Fraktionssprecher Hansjörg Frey sagt: "Wir dürfen den Anschluss nicht verlieren, schließlich gehören wir zum Speckgürtel um Freiburg." Allerdings müsse der dörfliche Charakter Vörstettens, den alle sehr schätzten, unbedingt erhalten bleiben. Dies sei ein Spagat. Und es brauche an mancher Stelle den Ausbau der örtlichen Infrastruktur. "In Vörstetten fehlt zum Beispiel eine Apotheke", sagt Frey. "Bislang hieß es immer, der Ort sei zu klein."

Doch durch die neue Seniorenwohnanlage sei der Bedarf noch einmal gestiegen. Ähnlich sei es mit der ärztlichen Versorgung. Der Status quo müsse unbedingt erhalten bleiben. "Gerade ältere Menschen sind weniger mobil. Da braucht es Ärzte in der Gemeinde", erklärt Frey. Die Kinderbetreuung sei in Vörstetten vorbildlich und ein wichtiger Punkt, um als Gemeinde für junge Familien attraktiv zu sein. "Die Gemeinde lässt sich das einiges kosten". Künftig möchte man noch mehr auf die Bedürfnisse der Eltern eingehen und Kita-Öffnungszeiten gegebenenfalls erweitern.

Die Freien Wähler seien dafür, dass neue Wohngebiete künftig nur dann ausgewiesen werden, wenn die Gemeinde der Eigentümer sei. Nur so könne die Gemeinde Einfluss nehmen. "Wohnraum muss bezahlbar bleiben", sagt Frey.

Dass in der Freiburgerstraße freiwillig Tempo 40 gefahren werden soll, geht auf eine Initiative der Freien Wähler zurück. Ziel sei jedoch, dass eines Tages im ganzen Ort Tempo 40 gelte. Die Freien Wähler plädieren für die Einrichtung von Elektrotankstellen an der Heinz-Ritter-Halle, im Langacker sowie am Rathaus. Auch sollen die beleuchteten Radwege Richtung Denzlingen und Schupfholz fortgeführt werden.

CDU

"Die Zukunft unserer Dorfentwicklung liegt uns sehr am Herzen", sagt CDU-Fraktionssprecher Willi Kerber, einer von drei CDU-Gemeinderäten. "Vörstettens Weiterentwicklung muss maßvoll verlaufen. Wir dürfen nicht ein Baugebiet nach dem anderen erschließen." Kerber plädiert für die behutsame Nachverdichtung, wie sie kürzlich im Rat für das Wohngebiet rund um die Thalacker- und die Bühlackerstraße beschlossen wurde. Innerorts habe man große Grundstücke, die man heutzutage noch besser nutzen könne. Die CDU befürworte aber auch eine verstärkte Bürgerbeteiligung bei Entscheidungsprozessen und wolle Pläne frühzeitig transparent machen. Der Vorteil: In Vörstetten funktioniere der Austausch unter den Bürgern sehr gut. Bei allen Bauvorhaben, die anstehen, müsse der dörfliche Charakter der Gemeinde berücksichtigt werden. "Neubauten müssen ins Dorf passen", sagt Kerber.

Er lobt die Kinderbetreuung vor Ort. Sie sei im Landkreis führend. Das Konzept, zeitnah zu reagieren, wenn der Bedarf an zusätzlichen Betreuungsplätzen da sei, sei vorbildlich. So öffnet im November der dritte Kindergarten im Ort.

Einsetzen möchte sich die CDU zudem für den Glasfaserausbau. "Gerade unsere Gewerbebetriebe brauchen schnelles Internet", fordert Kerber. Hier unterstütze man sehr die Bemühungen der Gemeindeverwaltung.

SPD

Mit vier Sitzen ist die SPD aktuell im Gemeinderat vertreten. Ein wichtiges Thema in der Vörstetter SPD ist bezahlbarer Wohnraum. Dazu gehört auch öffentlich geförderter Wohnbau. Die SPD plädiert dafür, das gemeindeeigene Grundstück in der Mattenstraße zu überplanen. Hier könnte ein mehrstöckiges Wohngebäude entstehen. Da auf dem großflächigen Gelände zusätzlich Platz für ein weiteres Gebäude wäre, könnte hier eine Cafeteria für die Schulkinderverpflegung einziehen. Derzeit essen die Kinder noch im Foyer der Heinz-Ritter-Halle.

Auch ein Mehrgenerationenhaus sei an dieser Stelle denkbar, sagt Thomas Schonhardt, Vorsitzender im SPD-Ortsverein. "Egal ob jung oder alt, ob Single oder Familie – Vörstetten soll ein Dorf für alle Generationen sein." Maßvolles Wachstum ist auch für die SPD wichtig. "Der Krummacker sollte vorerst nicht bebaut werden. Er ist eine Reservefläche für die Zukunft", sagt Schonhardt. Dennoch sei es richtig gewesen, dass die Gemeinde das Gelände schon jetzt gekauft habe. "Alles andere wäre fahrlässig gewesen."

Zum Thema Umwelt sagt Schonhardt: "Wir haben ein Klimaschutzkonzept erarbeitet und das Ziel ist es, die Maßnahmen auch tatsächlich umzusetzen. Hier müssen wir am Ball bleiben." Einsetzen möchte sich die SPD für den Erhalt der Grünflächen im Ort und diese, wo immer möglich, ausbauen. Insgesamt sei Ziel der SPD, die Bürgerbeteiligung zu fördern, so Schonhardt. Der Informationsbedarf sei hoch und die Vörstetter sollten mehr in Entscheidungsprozesse einbezogen werden. "Wir haben das bei der Energiewerkstatt gesehen, wie viele gute Ideen da zusammenkamen, wenn Themen gemeinsam entwickelt werden."

Verkehrssichere Wege sind ebenfalls Thema: "Wir würden es befürworten, wenn innerorts einheitlich Tempo 40 gelten würde", so der SPD-Vorsitzende. "Außerdem wollen wir die Badenova-Kooperation fortführen und auch die Radwege Richtung Schupfholz und Denzlingen mit Solarleuchten ausstatten."
Die Kandidaten

Freie Wähler

1. Hansjörg Frey, Polizeibeamter
2. Bruno Becker, Wirtschaftsmathematiker, Geschäftsführer

3. Patricia Schwaab, Steuerfachwirtin 4. Wolf-Rainer Windisch, Ingenieur im Ruhestand

5. Tanja Pfluger, Industriekauffrau

6. Felix Mayer, Rechtsanwalt
7. Petra Michel, Industriekauffrau

8. Eckart Wagner, Ingenieur

9. Priska Stopper, Einzelhandelskauffrau 10. Denis Volk, selbständiger Elektromeister

11. Eveline Prengel, Richterin

12. Samir Korjenic, selbstständiger Unternehmensberater

SPD

1. Thomas Schonhardt, Studiendirektor
2. Wilma Raynor, Realschullehrerin

3. Steffen Schmidt, Wirtschaftsingenieur
4. Kathy Leitner, Softwareentwicklerin
5. Leon Scheffel, Student
6. Marlis Bönsch, Physiotherapeutin

7. Adrian Geigenbauer, Betriebswirt

8. Stefanie Plachta, Rechtsanwältin

9. Denis Deiser, AWO-Geschäftsführer

10. Stefan Naundorf, Diplompädagoge

11. Peter Bär, Einzelhandelskaufmann/Rentner

12. Werner Steidl, Hausmeister

CDU

1. Willi Kerber, Kfz-Mechanikermeister
2. Ralf Leimenstoll, Gärtner

3. Ralph Beck, Verwaltungswirt

4. Matthias Ringwald, Selbständiger Heizungs- und Sanitärmeister

5. Irina Verboven, Selbständige Friseurmeisterin

6. Manfred Kiener, Landwirtschaftsmeister

7. Sabine Gerber-Schaub, Krankenschwester

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