Frieden, Hoffnung und Liebe

Gabriele Zahn

Von Gabriele Zahn

Sa, 25. Mai 2019

Waldkirch

Ergreifendes Konzert der Musikkapelle Kollnau in der St.-Josef-Kirche / Geschickte Instrumentierung variierte auch Bekanntes.

WALDKIRCH-KOLLNAU (zg). In ihrem Konzert in der gut besuchten Kirche St. Josef präsentierte die Musikkapelle Kollnau vorwiegend kirchliche und liturgische Werke. Die abwechslungsreiche und eindrucksvolle Darbietung begeisterte die Zuhörer.

Unter der Leitung von Michael Schätzle eröffnete die Musikkapelle Kollnau mit dem österlichen Marienlied "Lasst uns erfreuen" von Friedrich Spee. Bei der präsentierten Orchesterversion wurde die Melodie variantenreich durch alle Stimmen des Orchesters geführt. Das Werk war ergreifend.

Giovanni Gabrieli schrieb zahlreiche Sonaten für liturgische Anlässe in der Markuskirche zu Venedig. Eine der Sonaten aus dem Werk Sacrae Symphoniae, die Sonata pian’ e forte, führten zwei Blechbläserquartette der Musikkapelle auf. Die instrumentale Besetzung der beiden Quartette folgte dabei den Vorgaben des Komponisten: Quartett I war mit Kornett, Trompete, Horn und Posaune von der Klangfarbe heller als Quartett II mit drei Posaunen und einem Horn. Das Werk imponierte wie ein musikalisches Gespräch. Die Melodien wurden immer wieder vom anderen Quartett aufgegriffen, variiert und zurückgegeben.

In "Canzun" vom Schweizer Oliver Waespi sind zwei traditionelle Lieder aus den Bündner und Vorarlberger Bergen verarbeitet. Am Anfang und am Ende erklingt die Melodie eines Marienliedes, im Mittelteil erscheint die "Canzun della Sontga Margriata". Die Musikkapelle arbeitete die dynamisch-bewegten und die lyrisch-getragenen Sequenzen eindrucksvoll heraus.

Aus Walter Scotts Gedicht "The Lady of the Lake" vertonte Franz Schubert sieben Lieder. Eines dieser Lieder, Ellens Gesang III, ist die "Hymne an die Jungfrau", weithin als Ave Maria bekannt. Ausdrucksstark übernahm eine Klarinette den Gesangspart, während die anderen die Melodie begleiteten.

Mit der "Arche Noah" von Bert Appermont läutete die Musikkapelle den Wechsel des Genres ein. Bildhaft wird in "Arche Noah" die biblische Geschichte nacherzählt. Nach der Überbringung der Nachricht war deutlich das Zimmern des Schiffes zu hören, ebenso wie der Einzug der Tiere. Auf den sintflutartigen Regen mit Sturm und halsbrecherischen Wellen folgte das Lied der Hoffnung, das im Finale in Frieden mündet.

"Nessun dorma", Niemand schlafe, ist die berühmte Arie des Prinzen Kalaf in der Oper Turandot von Giacomo Puccini. Die Musikkapelle Kollnau spielte diese Arie genauso eindrucksvoll wie das Hohelied der Liebe "Perhaps love". Hier übernahmen zwei Euphonium den Gesangspart des Songs. Zum Finale des Konzertprogramms spielte die Musikkapelle eines der weltweit beliebtesten Kirchenlieder: "Amazing Grace". Der Text zu diesem Lied geht auf Kapitän John Newton zurück, der sich von der Sklaverei abwendete und schließlich die Sklaverei bekämpfte, nachdem er in Seenot geriet und das Ereignis überlebte. Die präsentierte Orchesterversion ist mit Witz arrangiert und präsentiert die bekannte Melodie in verschiedenen Musikstilen. Tosender Applaus brandete den Musikern entgegen. Als Zugabe spielte die Musikkapelle "Segne Du Maria", bei dem ein großer Teil des Publikums mitsang.