Friedenweiler

Sanierung muss verschoben werden

Liane Schilling

Von Liane Schilling

Di, 18. Februar 2020 um 16:29 Uhr

Friedenweiler

Um bei den Arbeiten am Dachgebälk der ehemaligen Klosterkirche keinen Schaden zu verursachen, sind weitere Untersuchungen nötig.

Die ehemalige Klosterkirche in Friedenweiler gehört neben St. Blasien, St. Peter und St. Märgen zu den wichtigsten Kulturdenkmälern der Region und hatte darüber hinaus eine Sonderstellung als Frauenkloster. Diese Argumente wurden im Zusammenhang mit der Diskussion um die Renovierung der Kirche in der Sitzung des Pfarrgemeinderates wiederholt angeführt.

Unstrittig ist auch, dass die Kirche renoviert wird, der Finanzierungsplan ist in weiten Teilen fertig. Allerdings kann entgegen früheren Plänen nicht im Frühjahr mit den Arbeiten begonnen werden, alle Veranstaltungen, die für 2020 geplant sind, sind indes gesichert, es besteht kein Sicherheitsrisiko, wie der Vorsitzende des Stiftungsrates, Heinrich Frei ausführte. Gemeinsam mit Egon Straub und Peter Reineck vom Bauausschuss hatte Frei bei den Fachleuten des erzbischöflichen Bauamts in Freiburg vorgesprochen. Dort war zu erfahren, dass zunächst weitere Gutachten eingeholt werden müssen. Ein Restaurator und ein Statiker müssen noch ihre Beurteilung abgeben.

Für die Förderung durch das Denkmalamt beispielsweise ist es wichtig, zu klären, was bei früheren Reparaturen am historischen Dachstuhl verändert wurde. Erst danach wird entschieden, welche Form der Restaurierung zu wählen ist.

"Den Hauptschaden zu beheben erfordert einen enormen Aufwand, und es gibt nur noch sehr wenige Fachleute, die das Wissen um die Bautechnik haben wie sie vor 200 oder 300 Jahren üblich war", erläuterte Egon Straub. Eine Variante der Sanierung wäre es das Dach abzutragen, aber beim Augustinermuseum in Freiburg, das dieselbe Problematik hatte, habe man damit keine guten Erfahrungen gemacht, führte Straub aus. Es seien noch viele weitere Untersuchungen nötig, um bei der Sanierung keinen Schaden zu verursachen, erklärte er. Er freue sich aber, dass es gelungen sei, den Erhalt der Kirche zu sichern und die Kirchenobersten jetzt hinter sich zu wissen.

Gemeindereferentin Regina Dreher gab zu bedenken, dass man nach Umsetzung der Pastoral 2030, die grundlegende strukturelle Veränderungen bringen wird, die große Kirchen nicht mehr brauchen werde. Sie brachte die Überlegung ein, einen Teil der Friedenweiler Kirche in ein Museum umzuwandeln und einen kleineren Teil als Kirche und Gebetsraum zu nutzen um den Erhalt des Kulturdenkmals langfristig zu sichern.

Tenor im Kirchengemeinderat war jedoch, dass man darauf drängen will, noch vor dem Jahr 2030 die Renovierungen in Friedenweiler und Bubenbach abzuschließen. Denn auch in Bubenbach steht eine Renovierung an. Es soll aber keinen Schnellschuss geben, sondern eine nachhaltige Sanierung, erklärte Frei. Er hat bereits Informationen über neue Techniken auch bezüglich der Heizung eingeholt. Im Stiftungsrat werden demnächst Details besprochen und der Beschluss gefasst, was man sich leisten kann oder will, erklärte er.