Wirbel nach Rede

Friedrich Merz bekennt sich nach Kritik des Journalistenverbands zur Pressefreiheit

afp

Von afp

Di, 18. Februar 2020 um 11:13 Uhr

Computer & Medien

"Wir brauchen die nicht mehr", sagte Friedrich Merz jüngst. Bezogen wurde die Äußerung auf die journalistische Berichterstattung. Nun rudert Merz zurück und bekennt sich auf Nachfrage zur Pressefreiheit.

Mit Äußerungen über die Rolle der Medien hat Friedrich Merz für Wirbel gesorgt. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) zeigte sich am Montag in einem offenen Brief "in hohem Maße irritiert" von einer Aussage des CDU-Politikers, die so verstanden wurde, als halte Merz herkömmliche Medienberichterstattung für verzichtbar. Merz bekannte sich daraufhin in einem Schreiben an DJV-Chef Frank Überall zur Pressefreiheit.

Äußerung soll nur auf Social-Media bezogen sein

Merz hatte am 21. Januar bei einer Veranstaltung in Aachen gesagt: "Wir brauchen die nicht mehr." Diese Äußerungen wurde auf journalistische Berichterstattung bezogen. Über eigene Social-Media-Kanäle wie Youtube könnten Politiker ihre eigenen Interessen wahrnehmen und "ihre eigene Deutungshoheit auch behalten", sagte Merz damals. Der DJV kündigte daraufhin "erbitterten Widerstand" an, sollte der potenzielle künftige CDU-Bundesvorsitzende und Kanzlerkandidat Journalisten und Medien "als vierte Säule des Staats aushebeln wollen".

Merz erwiderte daraufhin in einem Schreiben an den DJV-Chef, dass er mit seiner Äußerung "an keiner Stelle die Bedeutung einer freien Presse in Frage" stellen wollte. Sein Satz habe "ausschließlich und erkennbar im Zusammenhang mit der Verbreitung von Nachrichten über die Social-Media-Kanäle" gestanden.