Fröhnd in Finanznot

Martin Klabund

Von Martin Klabund

Fr, 26. März 2021

Fröhnd

Engesser such Einnahmequellen.

Große Sorgen über die finanzielle Situation seiner Gemeinde äußerte Bürgermeister Engesser in der jüngsten Fröhnder Gemeinderatssitzung. Laut Kommunalaufsicht befindet sich Fröhnd in einer besorgniserregenden Haushaltssituation. Die Ergebnishaushalte 2021, 2022 und 2023 sehen einem Fehlbetrag von rund 320 000 Euro vor. "Ich bin nun drei Monate im Amt und hoffe, mittlerweile alle Baustellen entdeckt zu haben", meinte Engesser. Trotz aller aktuellen Einsparungen müsse man die finanzielle Situation weiter verbessern.

"Das können wir nicht einfach aussitzen, denn es werden jährlich 150 000 bis 200 000 Euro Mehreinnahmen nötig sein, wir brauchen Geld und das am besten schon gestern", richtete Michael Engesser seinen Appell an die Gemeinderäte. Auch die zu erwartenden Ausgaben für die Kontrollbefahrungen der Abwasserleitungen, für die Überprüfung und Behebung von Schäden an der Brücke am Ortseingang, für Straßensanierungen sowie Maßnahmen am Gemeindegebäude tragen nicht gerade zur Entspannung der Ratsmitglieder bei, denn nicht alle Kosten sind im Haushalt eingestellt. Auch die Einnahmen aus der Forstwirtschaft sind nicht berechenbar, der Holzpreis zieht allerdings derzeit stark an.

"Wir haben die Mindestliquidität unterschritten und können uns derzeit lediglich durch Kassenkredite über Wasser halten, daher sind tiefgreifende Maßnahmen notwendig, denn allein die erfolgte Angleichung der Wasser- und Abwassergebühren sowie der Hebesätze wird uns nicht retten", warnte Engesser. Er erwähnte Planungen, die noch in der nicht-öffentlichen Phase sind, und schlug zudem vor, einige der wunderschön gelegenen Panoramaplätze auf Fröhnder Gemarkung offiziell als Übernachtungsmöglichkeit für Wohnmobil-Reisende anzubieten. Bei einer Übernachtungspauschale von 15 bis 20 Euro pro Nacht und zehn ausgewiesenen Plätzen ergäbe dieser Betrag schon eine kleine monatliche Hausnummer ohne große Investitionen.

Auch rechnet Engesser mit steigender Impfzahl in der Bevölkerung auch mit einer Normalität im sozialen Leben, und hofft, die Steinbildhauertage im September, den Baumschneidekurs im Herbst sowie weitere Veranstaltungen in der Gemeindehalle durchführen zu können. Weitere Maßnahmen gegen die finanzielle Krise sollen in kommenden Gemeinderatssitzungen thematisiert werden.