Festtagsmenü

Gans oder gar nicht: Zeitgeist und Weihnachtsessen

Stephan Clauss

Von Stephan Clauss

Sa, 20. Dezember 2014 um 00:00 Uhr

Liebe & Familie

Ist der Gänsebraten immer noch das beliebteste Weihnachtsessen – oder nagt an ihm auch schon der Kalorien zählende Zeitgeist? Zumindest kann man es heute keinem mehr recht machen.

Wenn man früh genug übt, halten Rituale ein Leben lang. Bei uns zu Hause zum Beispiel kam an jedem 25. Dezember gegen 14.30 Uhr eine knusprig gebratene Weihnachtsgans auf den Tisch – gefüllt mit Äpfeln, Backpflaumen, Semmelbröseln und Zwiebeln. Papa bediente sich als erster, Mama hatte nach der ganzen Kocherei nur noch wenig Appetit. Wir Kinder mussten gerade sitzen und brav unsere Teller leer essen, sonst wurden uns Nusspudding und Lebkuchen gestrichen. Es hat uns dennoch gut geschmeckt. Wir wollten das alle Jahre wieder genau so.
Das war einmal. Und heute? Ist der Gänsebraten zum Fest noch unbestritten die Nummer 1 in Deutschland oder nagt an ihm auch schon der Kalorien zählende Zeitgeist? Muss doch jeder Hobbykoch die Allergien, Diäten und religiösen Gebote seiner Gäste beachten, dazu die letzten Food-Trends aus dem Internet. Bedroht dieses fette Geflügel auch nicht unsere Gesundheit? Muss man nun die Gänse auf der Wiese retten oder eher die christliche Tradition auf dem Teller?
Beim letzten Mal entschloss ich mich, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Schließlich habe ich in meinem Leben schon etwa zwei Dutzend Weihnachtsgänse nach unserem badisch-pommerschen Familienrezept schmackhaft und unfallfrei zubereitet. Und inzwischen bin ich in unserer verzweigten Patchwork-Family so etwas wie der "Opa vom Dienst" und  habe "ja sowieso  nichts zu tun",   wie meine Frau   glaubt. "Schatz, wie wäre es denn, wenn ich dieses Jahr das Weihnachtsmenü koche?", fragte ich also schon Wochen vor dem Fest meine Linda so betont beiläufig wie möglich. "Wenn’s unbedingt sein muss", freute sich meine Göttergattin etwas verhalten, "aber veranstalte in ...

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