Gaukler, Näher und Glöckchen

Moritz Schächtele, Klasse 8 f, Hugo-Höfler-Realschule Breisach

Von Moritz Schächtele, Klasse 8 f & Hugo-Höfler-Realschule Breisach

Fr, 01. Juli 2016 um 00:00 Uhr

Schülertexte

Interview mit einem Mitglied des Vereins Frau Irene Krömer.

Die nach ihrem Häs benannten Spättle, auch Gaukler genannt, sind eine Traditionsgruppe der Breisacher Narrenzunft. Sie traten früher im Mittelalter auf Marktplätzen vor Adeligen auf.

Mit 15 Jahren trat die 72-jährige Irene Krömer bei den Spättle ein. Ihre Kinder und Nichten brachten sie zu diesem Verein. Sie näht Kostüme, die auch Häs genannt werden, für den Verein. Dafür braucht sie Wochen und Monate. Nur Mitglieder dürfen die Kostüme tragen. Man kann die Kostüme nicht kaufen, weil sie zu teuer wären. Deswegen nähen Irene Krömer und ihre Bekannten die Kostüme selber. Allein das Material kostet schon um die 100 bis 150 Euro.

Man benötigt 3,5 Meter Filzstoff in sieben Farben, Garn, Unterstoff, Samt und Glöckchen. Das Häs besteht aus einer Mütze mit Hörnchen, Kragen und einer Jacke, die mit Schuppen bestickt ist. Jede einzelne Schuppe muss einzeln umstochen werden. Auf das Kostüm werden bei Erwachsenen etwa 1000 bis 1200 Schuppen genäht. Es gibt eine Rangordnung bei den Narren: den Spättlevogt, den Kostümwart, den Stellvertreter und den Schriftwart. Nur an Fasnacht und in den Proben werden die Kostüme angelegt. Am Fasnetdienstag und am Sonntag führen die Spättle den Gauklerreigen auf dem Marktplatz in Breisach auf. Um ein Mitglied bei den Spättle zu werden, muss man regelmäßig zu den Proben kommen und sich anmelden, man kann aber ein Häs für etwa zehn Euro ausleihen. Leider gibt es nur wenig Nachwuchs bei den Näherinnen.