Gemeinde Murg soll Bauwilligen helfen

Michael Gottstein

Von Michael Gottstein

Fr, 24. Januar 2020

Murg

Junge Familie will auf eigenem Grundstück Haus errichten.

MURG. Die Anfrage zur Errichtung eines Wohnhauses an der Zechenwihlstraße in Niederhof ist im Bauausschuss in Murg kontrovers diskutiert worden. Das Grundstück ist nämlich dem Außenbereich zuzuordnen, und die Darstellungen des Flächennutzungsplans stehen dem Projekt entgegen.

Nichtsdestotrotz sprachen sich Ortsvorsteherin Edith Becker (FW), Hans-Jürgen Bäumle (CDU), Frank Gaßmann (FW) und Stefan Ganser (FW) dafür aus, eine Lösung zu suchen, da in diesem Fall eine junge Familie aus dem Dorf auf ihrem eigenen Grundstück bauen wolle. Die Verwaltung und Klaus Bossert (Grüne) befürchteten jedoch die Schaffung eines Präzedenzfalles: "Wenn wir dieses Vorhaben zulassen, dann könnten immer weitere Anfragen gestellt werden, und die Bebauung würde Stück für Stück in den Außenbereich ausufern – dabei ist es unser Ziel, den Charakter dieses Gebietes zu erhalten", erklärte Bürgermeister Adrian Schmidle. Zudem gebe es in Niederhof innerörtliche Baulücken, die zunächst genutzt werden sollten.

Eine Einzelfalllösung wäre schon aus rechtlicher Sicht kritisch, meinte Bauamtsleiter Karl-Heinz Peter. Auch die Aufstellung einer Satzung oder eines Bebauungsplans – dessen Kosten dann der Bauherr übernehmen müsste – wurde von ihm nicht empfohlen. Der Ausschuss sah dies jedoch anders und empfahl daher dem Gemeinderat, eine bauplanungsrechtliche Lösung via Satzung oder Bebauungsplan zu suchen.

In der Frageviertelstunde der Gemeinderatssitzung erklärte eine Besucherin, dass noch andere Grundstücke in diesem Bereich der Familie gehörten, die den Antrag gestellt habe – weitere Bauanträge seien daher möglich. Einen Bebauungsplan für ein einziges Haus aufzustellen, hielt sie nicht für sinnvoll, denn: "Das nördlich angrenzende Gebiet gehört uns, und da machen wir definitiv kein Baugebiet." Ein anderer Besucher wies darauf hin, dass sich rund um das fragliche Gebiet landwirtschaftlich genutztes Gelände befinde. "Dazwischen ein Einzelhaus zu bauen, passt einfach nicht."

Im vergangenen Jahr gab es 45 Bausachen zu bearbeiten

Hingegen wurden die Anträge zum Umbau und zur Aufstockung eines Gebäudes an der Murgtalstraße (Murg) sowie zur Errichtung eines Wohnhauses mit Garage am Römerweg (Murg) gutgeheißen. Für die Anfragen zur Errichtung eines Wohnhauses am Grenzweg (Murg) und zur Aufstockung einer Garage an der Rhinastraße (Niederhof) stellte der Ausschuss das Einvernehmen in Aussicht.

Insgesamt gab es 2019 in der Gemeinde Murg 45 Bauanträge, -anfragen oder Bauprojekte im Kenntnisgabeverfahren. 22 entfielen auf den Kernort, 13 auf Niederhof, drei auf Oberhof und sieben auf Hänner.