Gewerbefläche für Autohaus

Martin Wendel

Von Martin Wendel

Fr, 10. Juli 2020

Endingen

Endinger Gemeinderat bringt Bebauungsplan "Mannsmatten" auf den Weg / Grüne fordern klimaschonende Vorgaben.

. Die Stadt Endingen schafft am Kreisverkehr an der L 113 neue Gewerbeflächen. Der Gemeinderat beschloss am Mittwochabend in öffentlicher Sitzung die Aufstellung des Bebauungsplans "Mannsmatten". Die notwendige Änderung des Flächennutzungsplans läuft bereits. Die Fläche soll dem ortsansässigen Autohaus Meyer die Aussiedelung ermöglichen, wie in der Sitzung zu hören war.

Mit dem einstimmigen Beschluss des Gemeinderats, einen Bebauungsplan für eine rund 1,3 Hektar große Gewerbefläche unmittelbar am Kreisverkehr aufzustellen, greift die Stadt Endingen wieder auf, was im Herbst 2016 an einem Bürgerentscheid gescheitert war. Allerdings hatten schon damals die Behörden Zustimmung signalisiert, nachdem die Stadt ihre Pläne abgespeckt und die angrenzende Grünzäsur Richtung Forchheim akzeptiert hatte. Schon 2016 wollte das Autohaus vom jetzigen Standort an der Königschaffhauser Straße an die nördliche Stadteinfahrt umziehen. Nach Ablauf der dreijährigen Bindungsfrist des Bürgerentscheids stellte der Gemeinderat bereits im Februar die Weichen für den nun erfolgten zweiten Anlauf für die Gewerbefläche.

Weil Änderungen des Flächennutzungsplans nur noch möglich sind, wenn konkreter Bedarf nachgewiesen werden kann, geht es beim jetzt gestarteten Verfahren nicht um die gesamte, rund 3,4 Hektar große Fläche zwischen dem Kreisverkehr und dem Umspannwerk, sondern eben nur um die Teilfläche für das konkrete Vorhaben. Die übrige Fläche soll in die Fortschreibung des Flächennutzungsplans einfließen. Interessenten wären zwar auch für weitere Flächen da, bestätigte Bürgermeister Tobias Metz am Mittwoch auf Nachfrage von Michael Formella (EBG), aber er wolle einen repräsentativen Stadteingang und manchen Interessenten eher im Gebiet Radacker ansiedeln.

Für Diskussionen sorgte am Mittwoch die Grünen-Fraktion mit ihrem Antrag, das Klimaschutzmanagement in die Planung einzubeziehen und deren Untersuchungsergebnisse in die Satzung aufzunehmen. Ronald Linder (Grüne) betonte, man begrüße den notwendigen Schritt für das konkrete Bauvorhaben, wolle aber eine Planung, die zur Verlangsamung des Klimawandels beiträgt – zum Beispiel mit Vorschriften zur Dachbegrünung, Photovoltaik oder durchlässigen Oberflächen.

Ratsmehrheit: Details zu Klimaschutz später klären

Derlei Details kamen der Ratsmehrheit zu früh im Verfahren. Jetzt gehe es allein um den grundsätzlichen Aufstellungsbeschluss, kritisierte Marcel Schwehr (CDU), Details hätten im weiteren Verfahren Platz. Das forderte auch Bernd Meyer (EBG). Und Rainer Ordegel (Unabhängige) wollte fürs Autohaus keine weitere Verzögerung. Sabine Bolz (SPD) fand den Ansatz der Grünen gut. Allerdings hatte der Bürgermeister zuvor bereits signalisiert, dass die Verwaltung das Klimaschutzmanagement in Zukunft bei Bebauungsplanverfahren einbinden wolle. Ein entsprechender verbindlicher Zusatz beim Beschluss zu "Mannsmatten" wurde mit klarer Mehrheit abgelehnt. Der Aufstellungsbeschluss ohne Zusatz fiel einstimmig.