Golfen geht schon wieder gut

Andreas Strepenick

Von Andreas Strepenick

So, 07. Juni 2020

Golf

Strenge Regeln auf dem GolfPlatz Hochschwarzwald.

Sport an der frischen Luft, ausreichend Abstand zueinander, strenge Hygienevorschriften – die Golfclubs in Deutschland gehörten zu den ersten von rund 90 000 Sportvereinen, die ihren Spielbetrieb in der Corona-Krise wieder hochfahren durften.

Schon seit dem 11. Mai hat etwa der Golfclub Hochschwarzwald seine Anlage geöffnet. Auf dem rund 900 Meter hoch gelegenen Par-68-Kurs nördlich von Titisee haben die 260 Mitglieder viel getan, um die Gefahr einer Ansteckung hundertprozentig zu bannen. Überall gibt es Desinfektionsstationen, Golfcarts und Leihausrüstungen werden regelmäßig gereinigt, die Duschen wurden geschlossen. Schläger und Bälle dürfen untereinander nicht mehr ausgetauscht werden. Die Fahne wird beim Putten nicht mehr berührt und aus dem Loch genommen, sondern muss stehen bleiben. Die neue Normalität ist bis ins kleinste Detail geregelt. So wurden selbst die Lufthändetrockner in den Sanitäranlagen abgeklebt. Man trocknet sich die Hände jetzt wie in alten Zeiten wieder mit Papier ab. "Wir sind hier coronamäßig gut aufgestellt", sagte Rolf Unruh, der zweite Vorsitzende des Clubs, der Badischen Zeitung.

Auf der weitläufigen Anlage – der 18-Loch-Kurs erstreckt sich über rund zwei Kilometer im Oberaltental zwischen Hinterzarten und Titisee – können die Spielerinnen und Spieler problemlos die Abstandsregeln einhalten. Der Golfclub Hochschwarzwald hofft nun, dass auch bald wieder so viele Gäste wie in den Vorjahren die Anlage besuchen werden: deutsche Urlauber, aber auch Schweizer und Franzosen, die die Natur und die frische Luft genießen und schätzen.

Offen ist, wann die rund 643 000 Golferinnen und Golfer auf den bundesweit 730 Golfplätzen auch wieder Turniere spielen können und wie sich der Wettkampfbetrieb im ganzen Land langsam hochfahren lässt. "Die Verordnungen in den einzelnen Bundesländern sind sehr unterschiedlich", sagte eine Sprecherin des Deutschen Golf-Verbands (DGV). Seit Mitte März hagelte es wie in fast allen anderen Sportarten Absagen. Erst am 27. Mai musste der Verband eine Reihe weiterer Team-Wettbewerbe in zahlreichen Altersklassen aus dem Jahresprogramm streichen. "Wir bedauern sehr, dass wir gezwungen sind, nach und nach immer mehr Turniere abzusagen", erklärte Claus M. Kobold, der Präsident des DGV.

Unproblematisch scheint in diesem Augenblick nur, dass noch in diesem Jahr wieder Clubmeisterschaften gespielt werden können – wo sich ausschließlich die Clubmitglieder selbst begegnen. Aber wenigstens dürfen die Anlagen überhaupt wieder betreten werden. "Wir sind sehr froh, dass wir aufmachen durften", sagte Unruh, der Vizepräsident. "Wir achten sorgfältig aufeinander", bekräftigte Heidrun Simoneit, die Clubmeisterin 2018 und 2019 im Hochschwarzwald.