Lindenschule ändert Betreuungskonzept

Verena Pichler

Von Verena Pichler

Do, 21. Februar 2019

Grenzach-Wyhlen

Ab dem neuen Schuljahr endet der Unterricht für alle um 12.15 Uhr / Gemeinde bietet Kurzzeitbetreuung für Halbtagskinder an.

GRENZACH-WYHLEN (vep). Nach vier Monaten Ganztagsbetrieb hat Schulleiter Christian Dierkes gemeinsam mit seinem Team das Betreuungskonzept geändert. Der Hauptausschuss wird die Verbesserungen dem Gemeinderat einstimmig zum Beschluss empfehlen. Dieses deutliche Signal dürfte insbesondere die Eltern freuen, die in großer Zahl zur Sitzung am Dienstag gekommen waren.

Worum geht es?
Bisher endet der Unterricht an vier Wochentagen für die Halbtagskinder um 12.50 Uhr. Das neue Konzept sieht vor, dass alle Schüler bereits um 12.15 Uhr Schulschluss haben und die Ganztagskinder dann in die Betreuung wechseln. Dies stellt Eltern, die halbtags arbeiten, jedoch vor ein großes Problem. "Die meisten Halbtagsjobs gehen von 8 bis 12 Uhr. Diese Eltern werden es je nach Arbeitsweg kaum schaffen, ihr Kind pünktlich abzuholen", sagte eine Mutter. Zudem gab es Rückfragen wegen fehlender Ruhezonen und auch die Mensa sei nicht optimal.

Was wird geändert?
Ab dem neuen Schuljahr sieht der Unterrichtsplan für alle Kinder gleich aus. Auf eine Doppelstunde folgt eine kleine Pause, dann eine Einzelstunde, die große Pause und wieder eine Doppelstunde. "Damit ersparen wir den Kindern häufiger Lehrerwechsel, was gerade für Erstklässler belastend ist", so Dierkes. Sorge, dass die Kids "vom Stuhl kippen", wenn sie von 8 bis 9.30 Uhr Unterricht haben, brauchen sich die Eltern nicht zu machen. "Die Lehrer machen individuell kleine Pausen." Pädagogisch sei das viel sinnvoller, weil man so am Thema dranbleiben könne. Um die geforderte Stundenzahl zu erfüllen, sei eine Stunde Nachmittagsunterricht aber unumgänglich. Für die Ganztagskinder bedeutet die Umstellung, dass sie bis zur Lernzeit, die um 14 Uhr beginnt, eine lange Pause haben, in der sie essen, sich ausruhen und verschiedene kreative oder sportliche Angebote wahrnehmen können.

Im neuen Konzept können nun auch Halbtagskinder die knappe Dreiviertelstunde nutzen, um zu essen oder ein Spielangebot wahrzunehmen. Diese Kurzzeitbetreuung kostet nach Vorschlag der Verwaltung für vier Tage 30 Euro fürs erste Kind, Familien mit zwei Kindern zahlen 24 Euro. "Den Freitag kann man individuell dazu buchen", so Schöttler. Das Mittagessen muss separat bezahlt werden.

Dass der Bedarf für diese Kurzzeitbetreuung da ist, zeigt eine schulinterne Umfrage. Rund ein Fünftel der Eltern, deren Kind die Grundschule halbtags besucht, gab an, dass ein Unterrichtsende um 12.15 Uhr ohne weitere Betreuung sehr schwierig sei. "Denen würde man das Leben verbauen", so Dierkes.

Was sagen die Räte?
Das sahen auch die Mitglieder des Ausschusses so und waren einstimmig für die Änderung. "Ich bin enttäuscht, dass wir vier Monate mit etwas Schlechterem als dem Bestmöglichen gefahren sind", sagte Alexander Drechsle (CDU). Das wollte Benz nicht so stehen lassen. "Wir erinnern uns alle an den holprigen Start des Ganztagsbetriebes." Schule sei kein starres Konstrukt, sondern verändere sich stetig.

Das treffe auch auf die Mensa zu, die man mit Schallschutzmaßnahmen verbessere. "An der Planung eines Neubaus sind wir weiter dran", bekräftigte Benz in Richtung Eltern.