Mit einem Rap gegen den Klimawandel

Danielle Hirschberger

Von Danielle Hirschberger

Di, 14. Mai 2019

Grenzach-Wyhlen

Im Workshop mit Peter Reimtgut entsteht ein Lied, das im Juni im Studio aufgenommen wird.

GRENZACH-WYHLEN. "Stellt euch vor wir sitzen ganz gemütlich in einem brennenden Haus und sagen: Aber da ist doch nichts, es ist alles gut! Ich bleibe jetzt behaglich hier sitzen." Dieses eindrückliche Bild der schwedischen Klimaschützerin Greta Thunberg nutzte Petra Hofmann im Crashkurs zum Thema Klimawandel. Im Jugendhaus Wyhlen entwickeln Jugendliche unter der Anleitung von Theaterpädagogin Petra Hofmann und Musiker Peter Reimtgut (Peter Geiselhar) einen Song zum Thema Klimawandel.

Fünf Mädchen und ein Junge schauen gebannt auf Petra Hofmann, sie sind alle um 13 Jahre alt, und es geht um ihre eigene Zukunft. Im Dialog zählen sie die Fakten auf. Sie wissen, dass die Sommer immer wärmer werden, das Eis an den Polen schmilzt, der Meeresspiegel ansteigt. Sie hören von vermehrten Naturkatastrophen. Aber auch Möglichkeiten, selbst etwas gegen den herrschenden Trend zu tun, zählen die jungen Menschen auf: Plastik vermeiden, weniger Auto fahren, weniger konsumieren oder mal im Second Hand Laden einkaufen. "Fliegen macht alles kaputt" ergänzt Petra Hofmann, die vorschlägt, ganz auf das Flugzeug zu verzichten.

"Das alles sind schreckliche Nachrichten" fasst Hofmann zusammen. Daraus einen Song zu machen wäre ein sehr düsteres, dunkles Lied. Einen heiteren, positiven Song auszuarbeiten, würde die Situation nicht treffen. "Wir wollen zeigen wie es aussieht, denn viele Leute wollen das nicht sehen", beharren die Jugendlichen auf der bitteren Wahrheit. Sie entwickeln den Plan, einen dreiteiligen Song zu gestalten. Im ersten Teil möchten sie die Wirklichkeit beschreiben, wie sie derzeit ist. Im zweiten Teil möchten sie informieren über das, was geschieht, wenn nicht sofort die Notbremse gezogen wird. Bis hin zu der Aussage, dass das Leben auf der Erde nicht mehr möglich sein wird. Und im dritten Teil möchten sie erzählen, wie es doch gehen kann, wenn die Menschen jetzt umdenken.

In Arbeitsgruppen schreiben die Teenager auf, was sie bewegt. Peter Reimtgut schlägt vor, den Song aus der Sicht der Welt zu betrachten, diese Idee begeistert die Jugendlichen. Alexandra meint: "Wir müssen einen Refrain finden, der vermittelt, dass uns die Erde eine Geschichte erzählt", und Petra Hofmann informiert: "Wenn die Verben verändert werden, verändert sich die Geschichte", und schon stecken alle mitten drin im Song.

Der Workshop im Jugendhaus in Wyhlen wird gesponsert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Der erarbeitete Song wird im Juni in Lörrach in einem Studio aufgenommen. Auch hierfür wird ein Nachmittag benötigt, denn zuerst wird der Song noch einmal eingeübt, konkretisiert und dann aufgenommen. Am 22. Juni soll der Song in Rheinfelden beim Festival HörMalRhein aufgeführt werden.

Es gibt neben dem Song auch andere Projekte zum Thema Klimawandel. Am 20. Juli werden alle Projekte im Schulzentrum Grenzach der Öffentlichkeit vorgestellt. Für den Sommer sind Flashmobs mit dem Song geplant.