Klimaschutz

Grenzüberschreitend das Handeln überdenken

Hubert God

Von Hubert God (Herbolzheim)

Mi, 05. Mai 2021

Leserbriefe

Zu: "Klimaziele und Zahlenspiele", Leitartikel von Daniela Weingärtner (Politik, 22. April)

Sie fordern für den Klimaschutz von der Landwirtschaft mehr Stilllegung und weniger Vieh und Aufforstung. Vermutlich wissen Sie, was solche Pauschalrezepte bedeuten: Aufforsten von Weiden und Wiesen des Schwarzwaldes und noch mehr Import von Lebensmitteln (Abholzung des Regenwaldes).

Die BZ sollte ihre Leserinnen und Leser informieren, dass die Zahl der Rinder in Baden-Württemberg halbiert wurde in den vergangenen 40 Jahren. Aufforstung berührt Belange des Landschaftsbildes, der Biodiversität und des Wohlbefindens. Nicht alle Leute wollen im finsteren Tal wohnen. Wir brauchen Ställe mit Tieren, die das Raufutter von Wiesen fressen.

Verringerung der heimischen Nahrungsversorgung steigert die Importabhängigkeit. Platt ausgedrückt: Wer den Kalbsbraten aus dem Schwarzwald durch ein Sojasteak aus dem Regenwaldgebiet ersetzt, tut auch dem Klima nichts Gutes. Der Transport von Nahrungsmitteln über die deutsche Grenze ist zur Normalität geworden. Klimaschutz sollte auch in diesem Sinne grenzüberschreitend gedacht werden. Hubert God, Herbolzheim