Rathaus

Gundelfinger Kunstverein zelebriert 35. Geburtstag mit Ausstellung

Andrea Steinhart

Von Andrea Steinhart

Mi, 20. März 2019 um 16:12 Uhr

Gundelfingen

Der Gundelfinger Kunstverein feiert sein 35-jähriges Bestehen mit einer Plakatausstellung im Rathaus. Die aktuelle Ausstellung ist bis 17. April im Rathausfoyer zu sehen.

Mit einer Plakatausstellung und in bester Feierlaune feierte jetzt der Kunstverein Gundelfingen sein 35-jähriges Bestehen. Ausstellungen, Konzerte und Lesungen wurden in den vergangenen Jahren erfolgreich auf die Beine gestellt. Die aktuelle Ausstellung ist bis 17. April im Rathausfoyer zu sehen.

In den 1980er-Jahren wurden viele Kunstvereine in Deutschland gegründet. Auch der Gundelfinger wurde 1984 aus der Taufe gehoben, wie Ulrike Bach erzählte. Sie ist seit 2008 Vorsitzende des Vereins. Dessen erste Aktivitäten galten dem Besuch von Ausstellungen, auch traf man sich zum Stammtisch. Im Oktober 1984 fand dann die erste eigene Ausstellung mit zehn Künstlern in der Raiffeisenbank statt. Damals kamen 150 Besucher zur Vernissage. "So nahmen dann die Dinge mit vielen Aktivitäten ihren Lauf und der Kunstverein erweiterte sein Angebot um Konzerten und Literaturveranstaltungen", erzählte Bach bei der aktuellen Vernissage im Gundelfinger Rathaus.

Diebstahl einer Skulptur aus dem Rathaus

Durch die Initiative des Kunstvereins wurde für das Rathaus ein Flügel angeschafft. "Was hier so in einem kurzen Satz gesagt wird, ist eigentlich eine lange und abenteuerliche Geschichte, die viel Nerven gekostet hatte", sagte Bach. Der Flügel wurde 1996 aus privater Hand für umgerechnet 7000 Euro gekauft.

In den vergangenen Jahren hat sich der Kunstverein dahingehend etabliert, dass sein Schwerpunkt bei Ausstellungen liegt, es aber auch zwei bis drei Konzerte und Literaturveranstaltungen gibt. Bei der Planung des neuen Rathauses wurde der Verein einbezogen. So hat er nun seit 1990 die Möglichkeit, die Ausstellungen in dem lichtdurchfluteten Foyer stattfinden zu lassen. Einige Ereignisse aus den vergangenen 30 Jahren erzählte Ulrike Bach den zahlreichen Gästen: "Da gab es 1997 einen Tatort Rathaus", berichtete sie. Bei der Skulpturenausstellung der Spanierin Miralles verschwand kurz vor der Eröffnung eine teure Bronzestatue – die "Stehende Frau". "Die Figur ist nie wieder aufgetaucht", so Bach. Etwas Besonderes war auch die Ausstellung von Jörg Siegel. Eine ganze Ladung Sand wurde dafür im Rathaus verteilt, auf dem Badewanne und Skulpturen standen. "Ja, und dann gab es auch noch die Teebeutelentsorgung als Kunstobjekt – und manch ein Zuschauer mag sich gefragt haben: ,Ist das Kunst’", erzählte Bach.

Ausstellung ist bis 17. April

Für das Festprogramm engagierte der Kunstverein "alte" Wegbegleiter. Nik Schurmann und Ronald Holzmann trugen mit Bach Gedichte zum Thema "Was ist Kunst" vor. Es gab das lustige Gedicht "Erziehung zur Kunst" von Ludwig Thoma und die sinnigen Zeilen "Künstler" von Josef Weinheber. "Was ist Kunst" geschrieben von Bruder Benedikt Traut, der viele Jahre in Gundelfingen lebte, rezitierte Bach. Weitere Gedichte handelten vom Frühling und waren bekannte Werke von Theodor Fontane, Heinrich Heine oder Christian Morgenstern. Musikalisch begleitet wurde die Feier von Jan Ullmann am Flügel mit Eigenkompositionen.



Die aktuelle Ausstellung ist bis 17. April zu sehen. Danach stellt Anja Goslar aus Leipzig Collagen und Graphiken aus. Beim nächsten Konzert am 17. Mai wird es gefühlvolle Balladen und Swing zum Mitwippen von der Gruppe Gareth Reaks Combo geben.
Weitere Termine sind zu finden unter www.kunstverein-gundelfingen.de