Wolf

Haben wir keine anderen Sorgen?

Alfred Rombach (Titisee-Neustadt-Waldau)

Von Alfred Rombach (Titisee-Neustadt-Waldau)

Sa, 12. September 2020

Leserbriefe

Zu: "Wolfsprävention kostet bislang 700 000 Euro", Agenturbeitrag (Land und Region, 31. August)

Nun ist das eingetreten, was wir Landwirte im Schwarzwald befürchtet haben: Der Wolf ist da. Unsere Bauernverbände, die sich für uns gegen die rot-grüne Wolfslobby eingesetzt haben, sind müde geworden oder haben sich aktuelleren Dingen zugewandt. Auch haben sie sich einmal mehr von zweifelhaften Zuschuss-Zusagen unserer grünen Landespolitiker wie wolfsicherer Zaunbau, Herdenschutzhunde und ähnlichem Unsinn einlullen lassen. Somit steht der Ansiedlung eines Raubtieres, wie der Wolf es ist, nichts mehr im Weg.

Was uns Landwirte am meisten ärgert, ist, dass die Ansiedlung des Wolfes von Leuten betrieben wird, die von der Sache sehr wenig Ahnung haben. Wenn ich in Freiburg im Hochhaus lebe, ist es mir egal, wenn im Schwarzwald ein neugeborenes Kalb von einem Wolfsrudel gerissen wird. Früher galt der Grundsatz: "Wer bestellt, der zahlt auch." In der Wolfssache ist es umgekehrt. In erster Linie haben wir Landwirte den Ärger (Papierkrieg, Zaunbau et cetera). Für das – nicht ganz billige – Drumherum kommt der Steuerzahler auf. Haben wir in Deutschland keine anderen Sorgen mehr als eine Tierart, die weder von Ausrottung noch vom Aussterben bedroht ist, zu retten? Der Wolf gehört dahin, wo er herkommt: in die russische Tundra und sibirische Steppe.
Alfred Rombach, Titisee-Neustadt-Waldau