Atomausstieg

Hätte sie den Weg weiter verfolgt...

Marita Steinberg-König

Von Marita Steinberg-König (Freiburg)

Sa, 27. März 2021

Leserbriefe

Zu: "Erschüttertes Vertrauen", Beitrag von Franz Schmider (Politik, 11. März)

Was bei der Würdigung von Angela Merkels Entschluss zum Atomausstieg wenig Beachtung findet: 2001 hatte die rot-grüne Vorgängerregierung gegen den Widerstand der Stromkonzerne den Ausstieg aus der Kernkraft bereits eingeleitet. Nach ihrer zweiten Wahl zur Kanzlerin 2009 beschloss Angela Merkel gemeinsam mit der FDP die energiepolitische Kehrtwende und stieg aus dem Ausstieg aus, was die Energiekonzerne zu langfristigen und kostenintensiven Investitionen veranlasste. Erst Fukushima – und offensichtlich auch die bevorstehenden zahlreichen Landtagswahlen – bewogen sie, die eben erst beschlossene Laufzeitverlängerung für deutsche Atommeiler zu kassieren. Hätte sie den Weg der rot-grünen Vorgängerregierung weiter verfolgt, wären den klagenden Energiekonzernen die 2,5 Milliarden Entschädigungsleistungen wahrscheinlich nie zugesprochen worden.Marita Steinberg-König, Freiburg