Handballer zwischen Freude und Sparzwang

dpa

Von dpa

Mo, 20. Juli 2020

Handball 1. Bundesliga

Rhein-Neckar Löwen nehmen am Montag das Training auf.

Martin Schwalb freut sich. Erstmals seit Monaten versammelt der Trainer der Rhein-Neckar Löwen seine Spieler am Montag wieder zu einer gemeinsamen Einheit. Nach der Corona-Zwangspause startet der Handball-Bundesligist in die Saisonvorbereitung. "Ich bin glücklich, dieses Gemeinschaftsgefühl wieder mit dem gesamten Kader erleben zu können", sagt Schwalb. Seine größte Angst sei, "dass da die eine oder andere Schulter eingerostet ist", scherzt Schwalb und spricht von einer außergewöhnlich langen Vorbereitungszeit, die er nach der Pause aber für notwendig hält.

Die neue Runde soll am 1. Oktober starten – und nicht nur die Mannschaft und ihr Trainer, auch Geschäftsführerin Jennifer Kettemann fiebert diesem Datum entgegen, nachdem die vergangene Saison abgebrochen werden wusste. "Uns als Club wurde die Geschäftsgrundlage genommen. So etwas ist über einen längeren Zeitraum wirtschaftlich nicht zu stemmen", sagt die Managerin, die auf Spiele vor einer beschränkten Anzahl an Zuschauern hofft. Aus gutem Grund: Die Löwen sind wie alle anderen Bundesligisten auf Ticketeinnahmen angewiesen.

Verhandlungen über Gehaltsverzicht

Angesichts der wirtschaftlichen Lage und der Gefahr, dass die neue Saison wegen einer zweiten Corona-Welle unterbrochen werden muss, verhandelte die Geschäftsführerin mit dem Team über einen Gehaltsverzicht: "Wir haben von Beginn an offen mit unseren Spielern die Situation besprochen." Wegen des Abbruchs fehlte den Löwen in der vergangenen Saison ein "mittlerer, sechsstelliger Betrag", verriet Kettemann dem Mannheimer Morgen. Durch jede weitere Begegnung ohne Zuschauer würde der Club demnach erneut einen sechsstelligen Betrag verlieren: "Es ist klar, dass man das Geld an anderer Stelle einsparen muss."