Hans-Thoma-Schule: eine Baustelle wie aus dem Bilderbuch

Martin Köpfer

Von Martin Köpfer

Mi, 23. Juni 2021

Laufenburg

Sanierungsarbeiten bei dem 7,4 Millionen-Euro-Projekt liegen im Kostenrahmen / Laufenburger Stadträte machen sich vor Ort ein Bild.

. Rundum strahlende Gesichter sah man am Montagabend bei der Besichtigung des Baufortschritts an der Laufenburger Hans-Thoma-Schule – und das nicht nur, weil der anvisierte Kostenrahmen von 7,37 Millionen Euro nach derzeitigem Stand leicht unterschritten werden könnte. Denn auch der Zeitrahmen wird bisher eingehalten, so dass realistisch mit dem Abschluss der Arbeiten bis Anfang 2022 gerechnet werden kann. Ursprünglich war der Juli 2022 angesetzt, nun aber werden die restlichen Arbeiten vor allem in den Räumen parallel zu den Arbeiten im Treppenhaus ausgeführt, und entsprechend wird Zeit gespart. Der Umzug der vier Grundschulklassen, die derzeit in Rhina unterrichtet werden, soll dann zeitnah erfolgen, voraussichtlich im März.

Die vier fünften Klassen, die derzeit im Alten Feuerwehrhaus unterrichtet werden, kehren erst nach den Sommerferien auf den Rappenstein zurück, berichtet Rektorin Janine Regel-Zachmann. Insgesamt gibt es 670 Schüler in 28 Klassen an der Hans-Thoma-Schule, im kommenden Schuljahr werden es 29 Klassen sein. Und auch optisch hat sich sehr viel getan: Die beiden Gebäude erstrahlen nun in einem Glanz, den sich wohl die Wenigsten vorstellen konnten angesichts der extrem sanierungsbedürftigen Ausgangslage Mitte 2020.

Zwei sichtlich zufriedene Frauen – Rektorin Janine Regel-Zachmann und Architektin Yvonne Reich – führten die Stadträte am Montag zusammen mit Bauamtsleiter Roland Indlekofer durch den bereits fertiggestellten Altbau (es kommt noch besseres WLAN bis zum Jahresende) und den Neubau, in dem kräftig gearbeitet wird. "Man kennt es nicht mehr", sagte Stadtrat Raimund Huber beim Gang durch den Altbau, dessen Substanz aus dem Jahr 1930 stammt. In nur rund fünf Monaten ging der Umbau bis Dezember 2020 als Bauabschnitt eins über die Bühne. Veranschlagt waren 1,4 Millionen Euro, die inzwischen abgerechnete Summe beträgt rund 1,3 Millionen Euro.

Auffallend sind vor allem zwei Dinge an der "neuen" Grund-, Werk- und Realschule: der orangene Kautschuk-Boden, der sowohl im Alt- als auch im Neubau verlegt wurde sowie die neuen Akustikdecken, was in Kombination dazu führt, dass etwa Stadtrat Malte Thomas meinte: "Die Akustik ist beeindruckend." In den fünf Monaten, in denen laut Architektin Yvonne Reich vom Architekturbüro Preiser aus Waldshut-Tiengen alles umgebaut wurde, "haben alle beteiligten Handwerker super zusammengearbeitet". Im obersten Stockwerk wurden aus drei Klassenzimmern vier gemacht, zusätzlich wurde ein kleines Lehrerzimmer wegen der Aufsicht eingerichtet. Besonders erwähnte sie die vielen Brandschutzmaßnahmen, die in dem alten Gebäude zusätzlich ausgeführt werden mussten. Unterrichtet werden im oberen Stockwerk die Klassen eins bis vier, darunter die Klassen fünf und sechs, die nun auch im Sommer nicht mehr wie bisher unter der großen Hitze leiden müssen: Decken und Außenwände sind bestens gedämmt.

Mindestens genauso interessant war der Rundgang im Neubau, in dem derzeit der Bauabschnitt zwei (Verwaltung und einige Klassenzimmer) läuft, der Mitte Januar begonnen hat und fast fertig ist. Dann kann die Verwaltung mit Rektorin Yvonne Regel-Zachmann an der Spitze wieder aus der Rappensteinhalle, wo derzeit provisorisch gearbeitet wird, zurück in den Neubau in die sanierten Räume umziehen. Auch hier gab es im Zuschnitt der Räume eine komplett neue Einteilung. Jetzt steht ein Raum mehr für eine FSJ-Kraft zur Verfügung, und auch die Schulsozialarbeit und die beiden Beratungslehrer für Lese- und Rechenschwäche haben mehr Platz.

"Wenn das kommende dreiviertel Jahr bis zur Fertigstellung so gut verläuft mit den Arbeiten wie bisher, können wir sehr zufrieden sein", merkte Bürgermeister Ulrich Krieger an. Und dies trotz Corona und teilweiser Materialknappheit. Wobei Corona in diesem Fall – zumindest was den Arbeitsablauf betrifft – auch eine gute Seite hat: "Für uns war es einfacher bei Corona, weil die Schüler nicht da waren", sagte Yvonne Reich. Derzeit haben die Handwerker allerdings mit fehlendem Material zu kämpfen. "Die Handwerker bestellen viel früher Material, um fristgerecht arbeiten zu können. Im Mai wurde Material bestellt, das im November verbaut wird. Das alles ist ein gigantischer Mehraufwand. Was früher ein Anruf war, kann heute ein Drittel der Arbeitszeit ausmachen", berichtet Reich.

Viel Lob, verbunden mit je einem Glas an der Schule erzeugtem Honig, gab es am Ende von Bürgermeister Krieger für Rektorin Regel-Zachmann, Architektin Reich und Bauamtsleiter Indlekofer. Und ebenso ging ein Dank an die beiden unermüdlichen Hausmeister Michael Pierl (Neubau) und Ludger Frei (Altbau).