Heimatdichter

Hebels Geburtstag wird im Wiesental wieder groß gefeiert

Sarah Trinler, BZ

Von Sarah Trinler & BZ-Redaktion

Di, 30. April 2019 um 14:30 Uhr

Hausen im Wiesental

Hausen macht sich bereit für das große Hebelfest, schon am Samstag wird dort die Hebelplakette verliehen. In Lörrach findet tags darauf der "Hebelsonntag" mit Verleihung des Hebbeldanks.

Jedes Jahr im Mai ist die ganze Gemeinde im Hebelfieber – und schon bald ist es wieder soweit. Anlässlich des Geburtstags des Dichters und Schriftstellers Johann Peter Hebel (1760-1826) am 10. Mai findet das große Hebelfest statt, das auch über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt ist. Los gehen die Feierlichkeiten bereits am kommenden Wochenende. Hier ein Überblick.

Am Freitag, 3. Mai, wird das Geheimnis gelüftet und bekanntgegeben, wer der diesjährige Träger der Hebelplakette sein wird. Um 19 Uhr gibt es im Hebelhaus ein Gespräch mit dem Hebelplakettenträger. Einen Tag später am Samstag, 4. Mai, erfolgt dann um 20 Uhr in der Festhalle die Verleihung durch Bürgermeister Martin Bühler. Die Laudatio wird Markus Manfred Jung halten. Durch das Programm führen Katrin Behringer und Attila Saadaoui. Für die musikalische Umrahmung sorgen die Hebelmusik Hausen, der Gesamtchor sowie das Posaunen-Ensemble der Musikschule Mittleres Wiesental.

Alle ziehen sie zusammen durchs Dorf

Der kulturelle Höhepunkt des Jahres in der Gemeinde Hausen folgt dann am Freitag, 10. Mai, mit dem großen Hebelfest, das seit 1860 gefeiert wird. Der Tag beginnt bereits um 6 Uhr mit dem Wecken durch die Hebelmusik, weiter geht es um 9.30 Uhr mit der Hebelfeier des Kindergartens und um 11.15 Uhr mit dem Abholen der Basler Hebelstiftung und der Gäste am Bahnhof mit der Hebelmusik, den Alten Mannen, den Vreneli und Hanseli. Alle ziehen sie dann zusammen durchs Dorf zur Festhalle, wo es ab 11.45 Uhr eine Feier mit einer Ansprache des Präsidenten der Basler Hebelstiftung mit Übergabe der Hebelbüchlein und der Braut- und Lehrlingsgaben geben wird. Anschließend ist das Hebelmähli für die Alten Mannen und Frauen im katholischen Pfarrheim St. Michael sowie das Dichtermähli für die Gäste im Feuerwehrsaal. Ab 15 Uhr ziehen die Schüler durchs Dorf mit anschließenden Darbietungen in der Festhalle. Ausklingen kann der Tag ab 16.30 Uhr mit einem Unterhaltungskonzert der Hebelmusik beim Musikpavillon mir Bewirtung sowie Vergnügungspark und Verkaufsständen.

Neben dem Hebelfest und -abend gibt es noch weitere Veranstaltungen – auch außerhalb Hausens –, die sich mit dem alemannischen Dichter beschäftigen. Am Sonntag, 5. Mai, findet um 10 Uhr ein Hebelgottesdienst des Hebelbundes in der evangelischen Stadtkirche Lörrach statt. Am gleichen Tag, ab 11.15 Uhr, wird das Schatzkästlein des Hebelbundes mit Verleihung des Hebeldankes im Dreiländermuseum Lörrach ausgetragen. Ein Hebel-Abendschoppen der Basler Hebelstiftung mit einer Lesung von Franz Hohler, Hebelpreisträger von 2014, findet am Dienstag, 7. Mai, um 18 Uhr im Museum Kleines Klingental in Basel statt. Zum Abschluss wird Elmar Vogt am Donnerstag, 16. Mai, um 19.30 Uhr einen Vortrag zum Thema "Hebel und die biblischen Geschichten" auf Einladung der Muettersproch-Gsellschaft Gruppe Wiesental im Hebelhaus halten. Umrahmt wird der Vortrag mit Gedichten und Geschichten aus den Werken Hebels.
Pierre Kretz erhält den Hebeldank

Einen Höhepunkt der alljährlichen Feiern zu Johann Peter Hebels Geburtstag bildet in Lörrach der "Hebelsonntag" des Hebelbundes. In diesem Jahr findet er am 5. Mai statt und steht anlässlich der großen Rötteln-Ausstellung im Dreiländermuseum im Zeichen des großen Hebel-Gedichtes "Die Vergänglichkeit". Darin entspinnt sich vor der Kulisse des Röttler Schlosses ein Gespräch über die letzten Dinge der Menschheit.

Der Hebelsonntag beginnt mit einem Gottesdienst um 10 Uhr in der evangelischen Stadtkirche. Die Predigt in alemannischer Mundart hält Pfarrer Hellmuth Wolff aus Zell. Bezirkskantor Herbert Deininger begleitet den Gottesdienst an der Orgel. Im Anschluss um 11.15 beginnt der Festakt im Dreiländermuseum. Der Schriftsteller Arnold Stadler, Hebelpreisträger 2010, wird zur "Vergänglichkeit" sprechen und Passagen aus eigenen Werken lesen, die von Hebels Gedicht beeinflusst wurden.

Gregor Hänssler, in der Region als Geiger bekannt, bringt Werke von Johann Sebastian Bach und Eugène Ysaÿe zu Gehör.
Der Elsässer Autor Pierre Kretz erhält in diesem Jahr den "Hebeldank", überreicht vom Präsidenten des Hebelbundes, Volker Habermaier. Pierre Kretz machte in Deutschland mit seinen Romanen über die leidvolle elsässische Geschichte von sich reden, in Frankreich mit seinen Essays zur kulturellen Autonomie des Elsass. In der Mundart-Szene ist er seit seinem furiosen Monolog "Ich bin a beesi Frau" präsent. Als Brückenbauer ist er Hebel sehr nahe. Im Anschluss sind die Besucher zu einem Apéro eingeladen. Eintritt wird nicht erhoben, um eine angemessene Spende wird gebeten.