"Heuer geht es ums Überleben"

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Von dpa

Do, 15. Oktober 2020

Ski Alpin

Das Coronavirus stellt auch den alpinen Ski-Weltcup vor große Probleme / Saisonstart in Sölden.

Wenn die alpinen Ski-Asse am Wochenende in Sölden den Rettenbachgletscher hinab rasen, beginnt nicht nur das Rennen um Siege, Punkte und funkelnde Kristallkugeln. Die traditionelle Weltcup-Saisoneröffnung in Tirol ist auch der erste Test, ob sich der Skizirkus gegen das Coronavirus behaupten kann. Strenge Hygieneregeln, abgeschirmte Teilnehmerbereiche, viele Tests und eindringliche Appelle an alle Beteiligten: Mit umfangreichen Anti-Corona-Plänen sollen der Pandemie-Winter und sein Höhepunkt bei der WM im Februar in Cortina d’Ampezzo gerettet werden.

"Wir haben eine Mission: Wir müssen Rennen fahren. Heuer geht es ums Überleben", verkündete Männer-Rennchef Markus Waldner jüngst. Etwas weniger martialisch, aber ähnlich ernst sieht der deutsche Bundestrainer Christian Schwaiger die Lage. "Natürlich ist es eine Existenzfrage, was in diesem Winter passiert", sagte der Coach.

Der Beginn der Pandemie hatte die Alpinen im März noch um das Saisonfinale gebracht. Um den anstehenden Winter in der Schnupfen- und Erkältungssportart Skifahren ohne grobe Corona-Ausfälle zu überstehen und vor allem die Sponsoren-, Werbe- und TV-Einnahmen zu sichern, wurde fast alles dem Infektionsschutz untergeordnet.

In das Ötztal darf in dieser Woche nur rein, wer einen negativen Corona-Test vorweisen kann; vor Sölden wird eine mobile Laborstation aufgebaut. Um keine Touristen rund um die Rennen zu haben, wurden die beiden Riesenslaloms um eine Woche vorverlegt. Es wurden vier sogenannte Blasen – Teams, Staff, Medien und spezielle Gäste – geschaffen, die keinen direkten Kontakt zueinander haben dürfen.

"Wir wollen und müssen zum Auftakt demonstrieren, dass Hochleistungssport im Schnee unter den gegebenen Umständen und Auflagen in der Saison 2020/2021 stattfinden kann", sagte der deutsche Alpinchef Wolfgang Maier. Sölden habe als bewährter Austragungsort beste Voraussetzungen. "Das Konzept ist sehr strikt und funktioniert sicher", sagte Renndirektor Waldner. Fans an der Strecke sind nicht erlaubt. Auch hat der Ski-Weltverband (FIS) wegen Covid-19 die Rennkalender verändert. Die Nordamerika-Events wurden gestrichen, Frauen und Männer sowie Speed- und Technik-Wettbewerbe sollten weitgehend getrennt bleiben. Die Idee ist, dass es möglichst wenig Überschneidungen gibt.

Am ersten Slalom-Wochenende im November in Levi fahren nur Frauen. In Garmisch-Partenkirchen im Februar findet neben der Männer-Abfahrt ein Super-G statt eines Riesenslaloms statt, damit nur Speed-Fahrer anreisen. "Wenn wir gewisse Dinge einhalten, haben wir sicher eine coole Wintersaison", prognostizierte Coach Schwaiger.