HINTERGRUND

Hannes Koch

Von Hannes Koch

Do, 15. Oktober 2020

Deutschland

Altmaier prüft "Lohn" auch für Unternehmer

Eigentlich erhalten Unternehmerinnen und Unternehmer keinen Lohn. Denn sie erwirtschaften ihren Lebensunterhalt unabhängig mittels der Firmen, die ihnen selbst gehören. Und doch wird nun in der Corona-Krise darüber gesprochen, dass auch manche Eigentümer einen Lohn erhalten sollten – vom Staat. Aus dem Haus von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) war am Mittwoch zu hören, dass neue "spezifische Hilfen für Unternehmen vorbereitet" würden. Diese könnten "Elemente eines Unternehmerlohns" enthalten. Zu den Adressaten sollen das Hotel- und Gaststättengewerbe, die Veranstaltungs-, Messe- und Ausstellungsbranche gehören. Nach der für Mittwoch geplanten Verhandlung zwischen Bund und Länder im Kanzleramt wird es um die Details gehen. Gemeint ist, dass Selbstständige und Einzelunternehmer ausnahmsweise einen minimalen Lebensunterhalt zwischen vielleicht 1000 und 1500 Euro monatlich aus öffentlichen Kassen überwiesen bekommen, damit sie ihre privaten Grundbedürfnisse decken können. Einzelne Bundesländer machen das schon, etwa Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Auch Berlin zahlte vielen Firmen im Frühjahr vorübergehend solche Zuschüsse. Bisher sind das jedoch Ausnahmen. Generell gilt die Regel, dass Betriebe direkte staatliche Zuschüsse nur für ihre Betriebskosten wie Mieten und Versicherungen verwenden dürfen. Normalerweise erhalten einen Lohn nur abhängige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in den Firmen beschäftigt sind. Unternehmer dagegen müssen selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen.