HINTERGRUND

Bernhard Walker

Von Bernhard Walker

Mi, 17. März 2021

Deutschland

Acht Fälle schwerer Hirnvenenthrombosen

In Regierungskreisen war am Dienstag zu erfahren, dass inzwischen acht Fälle bekannt sind, in denen es nach einer Impfung mit Astrazeneca zu schweren Thrombosen kam. "Normal" wären 1,4, hieß es. Das heißt: In einer gleich großen Gruppe von Personen, die nicht geimpft wurde, hätte es weit weniger dieser Hirnvenenthrombosen gegeben. In einem Gespräch mit Fachleuten habe sich am 15. März gezeigt, dass die Experten einen Zusammenhang der Fälle mit dem Vakzin für plausibel halten. Deshalb habe es keine andere Wahl gegeben, als die Impfung mit Astrazeneca vorsorglich zu stoppen – auch wenn dieser Schritt natürlich für die Impfzentren, die bereits Geimpften oder die, die jetzt einen Termin gehabt hätten, schwer sei.

Es wurde auch betont, dass man unabhängig von dem Stopp eine Änderung hätte machen müssen. Bei den Aufklärungsbögen, die die Impflinge bekommen, müsse jetzt der Hinweis ergänzt werden, dass es das Risiko für die schweren Thrombosen gibt. Diese Ergänzung wird in jedem Fall eingefügt – auch wenn die Europäische Medizinagentur EMA an diesem Donnerstag empfiehlt, das Vakzin weiter zu nutzen. Bei der Anti-Baby-Pille etwa werde genauso verfahren.
Laut den Regierungskreisen ist es auch denkbar, dass die Thrombosen-Fälle auf eine einzige Charge des Impfstoffs zurückgehen, die verunreinigt oder sonst irgendwie nicht einwandfrei ist. Das sei allerdings noch nicht abschließend geklärt.