Steiert kündigt Rückzug an

Thomas Biniossek

Von Thomas Biniossek

Mo, 29. April 2019

Hinterzarten

Kommandant sieht Hinterzartens Feuerwehr gut aufgestellt.

HINTERZARTEN. Feuerwehr-Kommandant Erich Steiert wird in einem Jahr sein Amt abgeben. Der Oberbrandmeister kündigte das in der Hauptversammlung am Samstagabend im Saal des Hotels Schwarzwaldhof an. Er stand zehn Jahre lang in der Pflicht.

Der neue Kommandant wird eine gut gerüstete Wehr vorfinden, machte Steiert in seiner Jahresbilanz deutlich. 41 Aktive, davon zwei Frauen, stehen in der Einsatzabteilung, acht Mitglieder sind in der Jugendwehr und 16 Mann in der Altersabteilung. "Der Altersdurchschnitt der Aktiven liegt bei 40 Jahren. Das sollte durch Neueinsteiger gesenkt werden", wünschte sich Steiert jungen Zuwachs.

Dass die Anforderungen für die Floriansjünger hoch waren, verdeutlichte Steiert mit Zahlen. 87 Einsätze, zehn mehr als im Vorjahr, wurden gefahren. Geschuldet war das unter anderem dem Sturm im Januar, bei dem in einem 24-stündigen Einsatz gleich 32 Einsätze gefordert wurden. Vier Verkehrsunfälle, sechs Fahrzeugbrände, Einsätze bei drei Sportveranstaltungen und zwölf Einsätze durch Brandmeldeanlagen standen am Jahresende zudem zu Buche. "Wir waren rund tausend Stunden im Rettungseinsatz", sagte der Kommandant. 21 Menschen wurden gerettet, einmal kam die Hilfe zu spät. Hinzu kamen 22 reguläre Proben sowie viele Sonderproben, etwa für Maschinisten, die rund 700 Stunden Einsatz verlangten. Nicht enthalten sind die Planungsarbeiten der Führungskräfte, Fahrzeug- und Gerätepflege und der Verwaltungsaufwand.

Der Ausbildungsstand sei gut, berichtete Steiert. Fünf Zugführer, neun Gruppenführer, 21 Maschinisten und 25 Atemschutzträger stehen zur Verfügung. "Eine gute Ausbildung ist für unsere oft gefährliche Arbeit unumgänglich notwendig und muss ständig verbessert werden", stellte Steiert fest. Daher könne man sich nicht ausruhen. Auch die Ausrüstung müsse auf dem neuesten Stand gehalten werden. Die Zusage der Gemeinde, ein neues Löschfahrzeug anzuschaffen, sei dringend angezeigt. Mit der Wärmebildkamera, CSA-Anzügen, einer "Chiemsee-Pumpe" und CO2-Warnern seien die Beschaffungen 2018 abgeschlossen worden.

"Wir werden die Beschaffungen mit Nachbarwehren optimieren und die Zusammenarbeit ausbauen", verwies der Kommandant auf die Zusammenarbeit mit der Breitnauer Wehr bei den Bränden in einem Gasthaus in Breitnau; vier Menschen wurden gerettet. Zur Jahresmitte werde der Schlauchpool des Hochschwarzwalds installiert, dies werde die Einzelwehren entlasten. Steiert machte auf den Blaulichttag am 19. Mai in Löffingen sowie Sportveranstaltungen wie den Bike-Marathon und den Sommer-Grand-Prix aufmerksam. "Ganz wichtig ist die Beschaffung des Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs, das uns spätestens 2020 zur Verfügung stehen soll", sagte Steiert. Die Kameraden werden Lehrgänge besuchen. Steiert dankte der Gemeinde, dem Roten Kreuz und der Bergwacht.

Nach dem Bericht von Jugendwart Armin Schweizer, dem Grußwort von Bürgermeister Klaus-Michael Tatsch und Einschätzungen des stellvertretenden Kreisbrandmeisters Gotthard Benitz zur Situation der Wehren sowie dem Bericht der Kassiererin Michaela Lengler ("schwarze Null") standen Würdigungen an.
Beförderungen: Zum Oberbrandmeister wurde Markus Metzler, zum Oberlöschmeister Michael Schnur und zum Feuerwehrmann David Ruch befördert. Ehrungen: Für 25 Dienstjahre erhielt Otto Tritschler das Ehrenzeichen in Silber. Für 15 Jahre erhielten Andreas Faller, Fabian Faller, Michael Lais, Matthias Mark, Florian Steiert, Wolfram Tritschler, Dennis Unmüßig, Dominik Werner, Markus Metzler und Benjamin Herrmann Bronze.

Anerkennung: Für hundertprozentige Teilnahme an den Proben erhielten Michael Lais, Florian Steiert, Erich Steiert, Dominik Werner, Nico Steiert, Gerhard Ketterer, Benjamin Herrmann, Philipp Mark, Armin Schweizer, Peter Goldemann, Frank Ganter und Moritz Weigand ein Geschenk. Peter Goldemann und Nico Steiert haben das Leistungsabzeichen in Gold abgelegt. Michael Lais, Nico Steiert und Peter Goldemann haben die Maschinistenausbildung durchlaufen.

In die Altersmannschaft verabschiedet wurden Johannes Ganter (nach 31 Dienstjahren), Oswald Ganter (39) und Oskar Böhringer (43).