Historische Absage

dpa

Von dpa

Mo, 18. Januar 2021

Nationalmannschaft

Nach Corona-Fällen im Team von Kap Verde fällt das WM-Spiel der deutschen Handballer aus.

Die historische Corona-Absage des zweiten WM-Vorrundenspiels der deutschen Handballer gegen Kap Verde sorgte auf den Fluren des deutschen Teamhotels in Gizeh für große Erleichterung. "Es ist die einzig richtige Entscheidung, um Druck aus der Situation zu nehmen", kommentierte DHB-Vizepräsident Bob Hanning die Absetzung der Partie durch den Weltverband (IHF). Damit hätten die Verantwortlichen deutlich gemacht, "dass die Spieler nicht einem unnötigen Risiko ausgesetzt werden".

Nachdem es am Samstag im Team der Afrikaner zwei weitere Corona-Fälle gegeben hatte, standen dem WM-Neuling nur noch neun spielberechtigte Akteure zur Verfügung. Vorgeschrieben sind bei der Endrunde in Ägypten aber zehn Spieler inklusive Torwart. Die Partie wird mit 10:0 für die DHB-Auswahl gewertet, wodurch das Team von Bundestrainer Alfred Gislason nach dem 43:14-Auftaktsieg gegen Uruguay vorzeitig in der Hauptrunde steht. Es ist das erste Mal in der 83-jährigen WM-Geschichte, dass ein deutsches Endrundenspiel abgesagt wurde.

Nach der IHF-Entscheidung konnte auch Delegationsleiter Axel Kromer aufatmen. "Wir sind froh und erleichtert, dass wir nach ungewissen Stunden endlich Klarheit haben", sagte der Sportvorstand des Deutschen Handballbundes. "Aus rein sportlicher Sicht fehlt uns diese Partie natürlich, weil wir mit unserer neuformierten Nationalmannschaft eigentlich jede Wettkampfminute benötigen. Aber mit dem Verzicht auf dieses Spiel fühlen wir uns wohler."

Obwohl bereits vor dem Turnier etliche Corona-Fälle bei den Afrikanern aufgetreten waren, hatten sie die Reise nach Ägypten angetreten. Kurz nach der Ankunft in Kairo am vergangenen Donnerstag wurden weitere vier Spieler positiv auf Covid-19 getestet, die sich in Quarantäne begeben mussten. Trotzdem trat Kap Verde am Freitagabend zum Gruppenspiel gegen Ungarn (27:34) an. Offenbar ohne Folgen. Die Werte der beiden am Samstag positiv getesteten Spieler aus Kap Verde seien so gewesen, dass für den nächsten deutschen Gegner, also die Ungarn, so gut wie kein Ansteckungsrisiko bestanden habe. "Die Ungarn können sich sehr sicher fühlen, sich nicht infiziert zu haben", so Kromer am Sonntag. "Somit ist das Turnier für die Ungarn und für uns ohne Probleme weiterzuführen. Das ist eine Sache, die sehr erfreulich ist."

Ungarn ist am Dienstag (20.30 Uhr/ZDF) letzter Vorrundengegner der DHB-Auswahl. "Wir werden den heute gewonnenen Trainingstag nutzen, um wettkampfspezifische Reize zu setzen und das Zusammenspiel weiter zu stabilisieren. Jetzt liegt unser Fokus ganz auf Ungarn", so Bundestrainer Alfred Gislason. Sportlich schmerzte die Absage, da es in der letzten Vorrundenpartie gegen Ungarn neben dem Gruppensieg um wichtige Punkte für die Hauptrunde geht. "Das ist eine schwierige Situation, es ist ein Schlüsselspiel für den Weg des deutschen Teams", so Hanning. "Daher ist es schade, dass wir gegen Kap Verde nicht spielen konnten."