Kretschmann-Sohn

Ich bin für eine ausgewogene Verteilung der Berufe

Werner Gärtner

Von Werner Gärtner (Offenburg)

Mo, 06. September 2021

Leserbriefe

Zu: "Kretschmann Junior zieht es nach Berlin", Agenturbeitrag (Land und Region, 1. September)

Am Beispiel Kretschmann Junior zeigt sich mal wieder, dass sich immer mehr Menschen in den politischen Parteien engagieren, deren Berufe die Berufsverteilung in der Gesellschaft überhaupt nicht mehr widerspiegeln. Wir leben in einem hochtechnisierten Land, das sich im internationalen Wettbewerb derzeit noch behaupten kann. Damit das so bleibt, sollte entsprechender Sachverstand in den Parteien vorhanden sein und sich in den Ministerien abbilden. Eine ausgewogene berufliche Repräsentanz in den Parlamenten ist für eine gedeihliche Zukunft des Landes erforderlich.

Wenn Politiker sich über die längerfristige zielorientierte Gestaltung unserer Gesellschaft Gedanken machen würden, müssten sie mal intensiv über die gezielte Förderung der MINT-Fächer in der Schule, der Weiterbildung sowie deren Repräsentation in den Parteien nachdenken. Zur entsprechenden Repräsentation der Menschen mit einer MINT-Fach-Ausbildung, dazu zähle ich auch das Handwerk, wäre es erforderlich, sich um eine geeignete Absicherung nach einer Abgeordnetentätigkeit zu kümmern. Denn mit dem Übergangsgeld könnte es auch mal eng werden. Bei beamteten Politikern hat man dafür Sorge getragen, in komfortabler Weise. Ich habe Zweifel, dass die Mehrheit der Politiker gewillt ist, für eine gebotene Änderung zu sorgen.

Bei einigen Politikern in Führungspositionen in den Parteien und bei Kandidaten für das Kanzleramt sind Lebensläufe vorhanden und zeigen sich Verhaltensweisen, die es Wert sind, dass man nachliest. Bei einer ausgewogenen Verteilung der Berufe in den Parlamenten wäre mehr Sachverstand vorhanden und die Konkurrenz breiter aufgefächert, zum Vorteil der Gesellschaft. Werner Gärtner, Offenburg