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Zisch-Interview

"Ich habe eigentlich Höhenangst"

  • Aaron Müller, Klasse 4a &

  • Fr, 24. November 2023
    Zisch-Texte

Von Gipfel zu Gipfel gleitet Jakob Petrat. Er lernt gerade Paragliding in der Schweizer Flugschule Engelberg. Sein Neffe Aaron Müller fragt ihn übers Fliegen aus – und was dabei wichtig ist.

Jakob Petrat lernt gerade das Fliegen mit einem Paragleitschirm.  | Foto: privat
Jakob Petrat lernt gerade das Fliegen mit einem Paragleitschirm. Foto: privat
Zisch: Wie kamst du zum Paragleiten?

Petrat: Ich habe eigentlich Höhenangst. Aber als ich einmal mit meiner Freundin in den Schweizer Bergen unterwegs war, sind Paragleiter über uns drüber geflogen und ich habe gedacht: Wir laufen hier unten und die fliegen einfach ganz schnell von Gipfel zu Gipfel. Das hat mich fasziniert.

Zisch: Was macht dir am Fliegen besonders Spaß?

Petrat: Ich bin noch in der Ausbildung und dabei lerne ich jedes Mal etwas Neues. Von dort oben ist die Aussicht besonders toll, aber man braucht sehr viel Geschicklichkeit und etwas Glück.

Zisch: Welche Wettervorhersagen muss man beachten?

Petrat: Man orientiert sich an Wetterapps. Frühestens drei Tage vorher kann man mit der Flugplanung beginnen. Am besten ist es am Abend zuvor auf die letzte Aktualisierung der Wetterdaten zu schauen. Diese kommt gegen 20 Uhr.

Zisch: Was passiert, wenn ein Loch im Schirm ist?

Petrat: Mit einem Loch im Schirm würde ich nicht losfliegen. Für den Notfall hat man immer einen Ersatzfallschirm dabei.

Zisch: Überprüfst du den Schirm, bevor du fliegst?

Petrat: Ja, die Ausrüstung wird vor jedem dem Start kontrolliert.

Zisch: Wie schwer oder alt muss man fürs Paragleiten sein?

Petrat: Man muss mindestens 14 Jahre alt sein, eine Erlaubnis der Eltern haben und mindestens 45 Kilogramm wiegen.

Zisch: Was war deine weiteste Strecke, die du geflogen bist?

Petrat: Ich glaube, meine weiteste Strecke waren 25 Kilometer.

Zisch: Wie hoch fliegst du im Normalfall?

Petrat: Ich starte bei ungefähr 1700 Metern, je nach Thermik kann ich auf drei Kilometer bis 3,5 Kilometer fliegen. Über den Wolken ist dann aber zu Ende, sprich, höher als die Wolken kann man mit einem Gleitschirm nicht fliegen. Ich lande bei 400 Metern.

Zisch: Woraus besteht so ein Schirm?

Petrat: Der Schirm besteht aus Ripstop-Stoff, der sehr reißfest ist und kaum dehnbar. Um die Luftdurchlässigkeit zu verringern, ist er mit Silikon beschichtet. Die Leinen bestehen oft aus Dynema und/oder Aramid.

Zisch: Ist es schwer, einen Schirm zu lenken?

Petrat: Das, was ich bisher gelernt habe, war nicht sehr schwer. Es ist immer wieder beeindruckend, wie sich der Schirm bei den verschiedenen Flugmanövern verhält und was alles machbar ist.

Zisch: Danke für das Gespräch. Ich habe gelernt, dass man Paragleiten wirklich in einer guten Flugschule lernen muss.

Ressort: Zisch-Texte

  • Artikel im Layout der gedruckten BZ vom Fr, 24. November 2023: PDF-Version herunterladen

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