Ideen für eine jugendfreundliche Stadt

Christa Maier

Von Christa Maier

Di, 07. Juli 2020

Löffingen

Team Jugendbeteiligung regt im Rat machbare Projekte an, etwa eine Städtepartnerschaft speziell zwischen jungen Bürgern .

. Jugendliche in die Entwicklung der Stadt mit einzubeziehen war das Ziel der Ende März 2019 auf den Weg gebrachten Jugendbeteiligung Stadt Löffingen. Seither hat sich einiges getan, wie bei der Präsentation im Gemeinderat klar wurde: Ein Planungsteam aus Schülern des Schulverbunds, aus Gymnasiasten, Praktikanten, Azubis und Berufsanfängern fand sich zusammen und begann mit den Vorbereitungen für den im Frühjahr geplanten Aktionstag. Dieser fiel coronabedingt aus – seine gute Ideen hat das Team nun trotzdem der Öffentlichkeit vorgestellt.

Dass dieser der Corona-Pandemie zum Opfer fiel, ist angesichts der Begeisterung, die das Team mit Schulsozialarbeiterin und Koordinatorin Stefanie Gutenkunst in die Vorbereitung steckte, bedauerlich. Doch die Themen, die in entsprechenden Workshops zur Sprache hätten kommen sollen, sollen keine Papiertiger werden und dürften auch ohne Aktionstag präsent bleiben.

Wie sich die Vorbereitung in Corona-Zeiten gestaltet hatte, was den Jugendlichen an Löffingen gefällt und welche Wünsche sie haben, zeigte das Team in einer professionellen Präsentation auf. Neben der Suche nach Experten und Themen, der Erstellung von Elternbriefen und eines an das Signet der Stadt Löffingen angepassten Logos baute die Gruppe in Anlehnung an den Schulumbau online das Schulgebäude als Minecraft-Projekt nach. Mangelnde Freizeitmöglichkeiten oder zu kurz kommender Umweltschutz sind nur zwei von etlichen Punkten, die von den Jugendlichen bemängelt werden. Doch vieles gefällt der Jugend in Löffingen auch: etwa die vielen Vereine und Dönerläden, die Schwimmbäder, freies WLAN und – man höre und staune – auch der Einsatz für die Jugendlichen wird gelobt. Aus der langen Mängelliste konzentrierte sich die Planungsgruppe auf fünf Projekte, die sie gerne realisiert hätten.

Abstimmung bringt überraschende Ergebnisse

Ein Projekt daraus gilt sicheren Fußwegen in Form von Zebrastreifen am Reichberg und beim Neukauf sowie einem Übergang von Gleis 1 zu Gleis 2. Auch eine Kinoaktion, Umweltprojekte und ein Fußballkäfig in Kooperation mit Titisee-Neustadt gehören zu den Favoriten der Jugendlichen. Gewünscht wird auch eine Partnerstadt ("Löffingen international") zum Jugendaustausch, zur Intensivierung der Fremdsprache und auch, um Kulturen sichtbar zu machen. Davon, so die Jugendlichen, würde nicht zuletzt auch der Tourismus profitieren.

Welche Projekte aus dieser Liste aus Sicht des Gemeinderats und der Besucher der Sitzung Priorität genießen sollten, ermittelten die Jugendlichen – nach den beiden Entscheidergruppen getrennt – per digitaler Abstimmung. Während die Kinoaktion bei den Gemeinderäten nur eine Stimme erhielt, standen die weiteren Themenvorschläge mit jeweils fünf Stimmen aus dem Gremium auf gleicher Wichtigkeitsstufe. Anders die Besucherabstimmung: Hier genoss die Partnerstadt mit zehn Stimmen eindeutig Priorität vor dem Umweltprojekt (7), Fußballkäfig (6), Verkehrssicherheit (5) und Kinoaktion (1). "Das ist interessant", kommentierte Gutenkunst das Ergebnis. Für die professionelle Präsentation durfte das Planungsteam mehrfach Lob aus den Reihen der Ratsmitglieder einheimsen. "Wichtig ist, dass der Prozess jetzt angestoßen ist", sagte Martin Lauble (CDU), und Uwe Streit (SPD) von der Beratergruppe hofft, dass der Aktionstag irgendwann doch noch in Angriff genommen werden kann.