Im Gerichtssaal ist die Religion unerheblich

Gabriele Krause

Von Gabriele Krause (Müllheim)

Sa, 14. März 2020

Leserbriefe

Setzt eigentlich Integration das Tragen eines Kopftuches voraus? Diese Frage muss man dem Verfasser des Kommentars zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts stellen. Symbole, ob jüdisch, christlich oder wie in diesem Fall das islamische Kopftuch, haben in Gerichten auf Seiten des Staates nichts zu suchen.

Das hat nichts damit zu tun, ob der Islam zu Deutschland gehört oder nicht. Ein Gericht hat neutral zu sein, das muss auch durch Äußerlichkeiten sichtbar sein. Hier wird versucht, einer Religion eine Sonderstellung einzuräumen, die der von beiden Seiten gewollten Integration zuwiderläuft und mit Argwohn nichts zu tun hat. Das Grundrecht auf Ausübung der Religion wurde mit diesem Urteil in keiner Weise verletzt.

In einem Gerichtssaal ist die Religion unerheblich, dort gibt es wahrlich andere Aufgaben. Gabriele Krause, Müllheim