Weidevieh

Im Oberen Kandertal deutet sich ein vorgezogenes Ende der Weidesaison an

Rolf-Dieter Kannmacher

Von Rolf-Dieter Kannmacher

Fr, 12. August 2022 um 18:05 Uhr

Malsburg-Marzell

Sattgrüne Weiden sind aktuell im Oberen Kandertal Mangelware. Nun mehren sich die Anzeichen, dass die Weidesaison vorzeitig beendet werden muss.

Im Oberen Kandertal werden dieser Tage Erinnerungen an die Jahre Jahr 2003 und 2015 werden wach. Nun mehren sich die Anzeichen, dass auch die aktuelle die Weidesaison vorzeitig beendet werden muss. Zumindest der Weide- und Landschaftspflegeverband Marzell hat schon frühe Abtriebstermine zumindest in Teilbereichen ins Auge gefasst, so in 14 Tagen im Bereich Mattstall. Auch in anderen Bereichen halten die Verantwortlichen Abtriebstermine spätestens bis Mitte September für wahrscheinlich.

Man will auf den verschiedenen Weiden nicht weiter zufüttern, sondern lieber die Tiere zurück in die Obhut ihrer Besitzer geben. Man werde mit diesen noch Gespräche führen. Normalerweise dauert eine Weidesaison bis Mitte Oktober. Vertreter der vier Weideverbände in der Gemeinde – Florian Lindemer aus Marzell, Andreas Ernst aus Kaltenbach, Manfred Leuger aus Lütschenbach und Werner Barth, der im Bereich des Weideverbandes Malsburg eine Weide betreut – ebenso wie die Betreiber von privaten Weiden halten den "Vegetationszug" schon für weitgehend "abgefahren".

Viele Quellen sind schon versiegt

Die in weiten Bereichen des Oberen Kandertals zu findenden Sandböden mit geringem Humusauftrag würden auch auf Regenfälle im beginnenden Herbst nicht mehr mit stärkerem Graswuchs reagieren können. Auch sind viele Quellen und durch die Weidegebiete führenden Gewässer ganz oder größtenteils versiegt. Es muss Wasser zugeführt werden. In Kaltenbach mit waldnahen, nicht so stark der Sonne ausgesetzten Weiden n hofft man auf eine Saison noch bis Ende September.