Traditionell

In Rheinfelden wird zum ersten Mal das persische Neujahrsfest gefeiert

Danielle Hirschberger

Von Danielle Hirschberger

So, 24. März 2019 um 15:00 Uhr

Rheinfelden

Ein Goldfisch als Symbol für Glück ist einer von sieben Gegenständen, die auf dem Festtisch liegen. Das persische Neujahrsfest geht zurück auf eine 3000 Jahre alte Tradition.

Das persische Frühlings- oder Neujahrsfest Newruz ist in Europa so gut wie unbekannt – dabei blickt es auf eine 3000 Jahre alte Tradition zurück und wird weltweit von 300 Millionen Menschen gefeiert. Zum ersten Mal wurde am Freitag nun in Rheinfelden im Paulussaal mitgefeiert.

Dem Gastland eine andere Seite zeigen

Fereshta Kohistani und Elif Avcik organisierten dieses Fest aus mehreren Gründen. Einmal, weil sie es gerne feiern, denn es gehört zur eigenen Tradition, die auch fern von der Heimat gepflegt wird. Gleichzeitig wird dem Gastland so eine schöne kulturelle Seite gezeigt. Die Organisatorinnen wurden vom Freundeskreis Asyl in ihrem Vorhaben unterstützt. Von Grenzach bis Schwörstadt freuten sich nun Teilnehmer über die Möglichkeit, das Fest gemeinsam im Paulussaal zu erleben. Für viele Flüchtlinge ist das anfängliche Leben in Deutschland recht isoliert und langweilig, wie eine Frau auf BZ-Nachfrage erklärte. "Immer zuhause zu sitzen, ist langweilig. Hier kann man miteinander sprechen, das ist schön."

Fereshta Kohistani erläuterte die einzelnen Abschnitte des Festes, wie es in Afghanistan gefeiert wird. Nawal Lak berichtete von kurdischen Traditionen und zeigte Bilder. Bürgermeisterin Diana Stöcker hatte schon bemerkt, dass es verblüffende Gemeinsamkeiten gibt, zum Beispiel werden zum Newruz Eier gekocht und gefärbt wie an Ostern. Eine wichtige Rolle spielt ein großes Feuer am Abend vorher, wie die Fasnachtsfeuer in der Region.

Kinder stehen andächtig vor dem Tisch

An der Stirnseite des Paulussaal war ein Festtisch aufgestellt, wie es zur Tradition des Newruz üblich ist. Bestückt wird er mit sieben Gegenständen, deren symbolische Bedeutung wichtig für das neue Jahr ist. Darunter ist ein lebendiger Goldfisch im Glas, er steht für das Glück. Die zahlreichen Kinder, die mit ihren Eltern zu dem Fest gekommen waren, standen ganz fasziniert und andächtig vor dem Tisch.

17 verschiedene Schreibweisen

Für das Fest gibt es 17 verschiedene Schreibweisen, gesprochen wurden mehrere Sprachen mit deutschen Übersetzungen.

Da es das erste Fest in diesem Rahmen war, musste viel improvisiert werden. So war kein Mikrofon da, ab und zu erhob Pfarrer Jörg Hinderer die Stimme, um den Organisatorinnen Gehör zu verschaffen. Das Geschirr wurde auf dem Backblech in die Küche getragen. Mehrere Frauen hatten das Essen gekocht: Reis mit Rosinen, Beeren oder Linsen, dazu Hühnchen, Hackfleisch und viele verschiedene Sorten Salat wurden angeboten. Durch die gemeinsame Arbeit am Buffet und in der Küche von Geflüchteten und Aktiven des Freundeskreis Asyl wurde es ein wunderbares Fest für die zahlreichen Gäste, mehr als 150 über den Tag verteilt, die sich im Paulussaal drängten.

Tuba Kabiri stellte außerdem in einem Film ihr Waisenhaus in Afghanistan vor. Nach dem Essen gab es einen musikalischen Ausklang mit ausgelassenen, fröhlichen Tänzen.