Grenzach-Wyhlen

In Sachen Digitalisierung ist an den Schulen einiges in Bewegung

Heinz Vollmar

Von Heinz Vollmar

Do, 18. November 2021 um 08:26 Uhr

Grenzach-Wyhlen

Wie schreitet die Digitalisierung der Schulen in Grenzach-Wyhlen voran? Antworten auf diese Frage gab es am Dienstag bei einem Rundgang durch Linden- und Bärenfelsschule sowie das Schulzentrum.

Während des Rundgangs mit der Verwaltung, Fachfirmen und Architekten durch die Linden-und Bärenfelsschule sowie durch das Schulzentrum mit Gymnasium und Realschule wurde deutlich: An den Schulen ist nicht nur in Sachen Digitalisierung einiges in Bewegung.

Lindenschule:

Dass bei der Digitalisierung der Schulen einiges in Bewegung ist, wurde gleich zu Beginn der Exkursion auch in der Lindenschule sichtbar. Jürgen Issler von der Firma Issler (ETEC), die für die Umsetzung der Medienentwicklungsplanung zuständig ist, sagte, dass die gesamte Topologie neu geschaffen werden musste. Voraussetzung dafür sei jedoch der Glasfaserausbau gewesen, der mittlerweile bis in die Schule selbst reicht und dort schnelle Internetverbindungen ermöglicht. Mehrere Klassenzimmer wurden außerdem mit iPads, Beamern und Leinwänden ausgestattet. Die technischen Einrichtungen wurden in sogenannten Mediensäulen integriert, die neben den digitalen Equipments auch elektrotechnische Anlagen wie Lautsprecher und andere Medieneinrichtungen enthalten.

Architektin Beate Kromer-Piek erläuterte an der Lindenschule den Stand der Bauarbeiten für den Anbau, die im Oktober kommenden Jahres abgeschlossen sein sollen, sodass der Neubau dann bezugsfertig sein wird. In Bezug auf den Zeitplan für die Bauarbeiten sagte sie, dass man aufgrund des Brandes eines Baucontainers vor wenigen Wochen etwas in Verzug geraten sei. Damals waren auch Dämmmaterialien verbrannt, die erst wieder beschafft werden mussten. Mittlerweile sei man aber wieder im Zeitplan. Mit dem Besuch des "grünen Klassenzimmers" im Außenbereich, das vom Werkhof der Gemeinde gestaltet wurde, endete der Besuch in der Lindenschule.

Gymnasium und Realschule:

Einen geradezu überwältigenden Eindruck erlangten die Teilnehmer der Besichtigungstour im Schulzentrum, das zurzeit mit einem Kostenaufwand in Höhe von rund zehn Millionen Euro saniert und erweitert wird. Bereits fertiggestellt ist die Sanierung der Realschule, die auch neu möbliert wurde. Dort sind moderne Arbeitsplätze für Lehrer und Schüler entstanden, die ein zukunftsweisendes Lernen ermöglichen. Dazu zählen mobile iPad-Koffer und digitale Schultafeln, die per Touchpad bedient werden können.

Einen imposanten Eindruck vermittelten die Rektoren der Schulen so auch im Umgang mit der neuen Technik, die zum Beispiel auch digitale Tafelanschriebe in einen QR-Code verwandeln können, die ein Mitschreiben durch die Schüler überflüssig werden lässt. Man müsse daher nur noch arbeiten, denken und lernen, so der Realschulrektor Christoph Bigler. Dies könne man den Schülern trotz moderner Technik indes nicht abnehmen. Flexible Raumgestaltungen sowie moderne Klima- und Lichtsteuerungen ergänzen das Bild einer Bildungseinrichtung, die im Untergeschoss mit einer modern und funktionell ausgestatteten Mensa ausgestattet wird, die auch einen offenen Zugang zum Schulhof ermöglicht.

Auf die großen technischen Herausforderungen verwies im Schulzentrum auch Jürgen Issler. Vor allem neue Brandschutzverordnungen hätten mit dazu geführt, dass man kilometerweise alte Kabel entfernen und anschließend durch neue Technik ersetzen musste. Darüber hinaus gebe es hie und da auch Lieferschwierigkeiten bei dringend benötigten Materialien, um den Medienentwicklungsplan umzusetzen.

Bärenfelsschule:

In der Bärenfelsschule beeindruckte die Besuchergruppe neben den medial-technischen Ausstattungen, die wie in der Lindenschule umgesetzt werden, vor allem die Neugestaltung der Außenanlagen inklusive der Spielgeräte. Hierfür hatte die Gemeinde in einem ersten Schritt 65.000 Euro an Fördergeldern erhalten.

Bereits fest installiert sind Klettergerüste, ebenso weitere Spiel- und Freizeitgeräte für die Schülerinnen und Schüler der Ganztagsschule. Für eine Überraschung sorgte derweil ein großer Felsbrocken, der als künftiger Bärenfels die Außenanlage der Bärenfelsschule ziert. Die Idee dazu hatte Stephan Schirl, Landschaftsarchitekt und Vater eines Schülers.

Von einem Kraftakt in Bezug auf die mediale und digitale Ausstattung der Schulen sprach Bürgermeister Tobias Benz. Er hofft in diesem Zusammenhang auf weitere Fördergelder, so auch für den Unterhalt der digitalen Technik, deren Wartung und Betreuung. Insgesamt standen der Gemeinde in einem ersten Schritt 936 000 Euro für die Digitalisierung der Schulen zur Verfügung. Dass dies angesichts der technischen Voraussetzungen aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, war auch die Ansicht der am Rundgang beteiligten Fachleute.