Unterm Strich

Inderin verspürt Juckreiz hinterm Auge - es war eine Kakerlake

Martina Philipp

Von Martina Philipp

Mo, 13. Februar 2017

Kolumnen (Sonstige)

Von MartinaPhilipp

Es soll Menschen geben, die darüber klagen, dass querliegende Mitbewohner sie nachts in die Seite treten. Oder dass sie nur mit Ohrstöpsel schlafen können, weil besagte Mitbewohner akustische Kettensägenmassaker veranstalten. Diese Menschen werden künftig nicht mehr klagen. Sondern einfach nur dankbar sein, dass sie nicht das erlebt haben, was einer Inderin neulich passiert ist.

Diese Dame wachte eines Morgens auf und spürte einen seltsamen Juckreiz hinterm Auge. Da juckt’s einen ja eher selten, weswegen die 42-Jährige schnurstracks in die Klinik ging, wo man es dabei beließ, ihr eine Nasendusche zu verpassen. Der Juckreiz muss wirklich unangenehm gewesen sein, denn kurz darauf stand die Frau wieder auf der Matte. Diesmal nahm sich ein Hals-Nasen-Ohren-Spezialist ihrer an. Als er in die Nase guckte, entdeckte er das Problem: "Ich sah ein paar kleine Beinchen zappeln", berichtete M. N. Shankar der Nachrichtenagentur AFP.

Schnell dämmerte dem Arzt, dass "ich auf das Hinterteil einer Kakerlake blickte". Das Tier war schon fast an der Schädelbasis angelangt. So etwas habe er in 30 Jahren Praxis noch nie gesehen, beteuerte Shankar. Mit einem staubsaugerähnlichen Instrument holte er die immer noch munter zappelnde Kakerlake aus dem Kopf seiner Patientin. Der Frau ging es augenblicklich wieder gut. Allerdings sei ihr die ganze Angelegenheit etwas peinlich gewesen.

Was uns zu der Frage bringt, wie man Kakerlaken, Kellerasseln und Nachtfaltern vermittelt, dass es den Tag des offenen Nasenlochs bei uns für sie nie geben wird. Schon gar nicht nachts. Delphin müsste man sein. Bei denen schlafen die Gehirnhälften ja schön im Wechsel, damit genug Aufmerksamkeit fürs Luftholen und Feindeabwehren bleibt. Uns Menschen bleibt wohl nur der Mundschutz, die Nasenlochverengung – oder Gleichmut. "Schlaf ist ein Hineinkriechen des Menschen in sich selbst", hat der deutsche Lyriker Friedrich Hebbel mal gesagt. Wenn’s dabei bleibt, ist ja alles gut.