INFO: Das Internierungslager Gurs

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 17. Oktober 2020

Deutschland

I
Das am Fuß der Pyrenäen gelegene Internierungslager Gurs war im Frühjahr 1939 ursprünglich für Flüchtlinge aus dem Spanischen Bürgerkrieg errichtet worden. In den rund 500 Bretterbaracken gab es keine Heizgelegenheiten, die sanitären Anlagen waren provisorisch. Im Herbst 1940 befand sich das Lager in desolatem Zustand. Angelegt in einer feuchten Flussniederung versank es immer mehr im Schlamm. Mitte November 1940 waren mehr als 12 100 Deportierte in Gurs interniert. Die hygienischen Bedingungen waren katastrophal, der Hunger unerträglich. Jeder Neunte der Deportierten überlebte den Winter nicht. Trotz Bewachung und Stacheldraht war Gurs kein hermetisch abgeschlossenes Gefängnis. Etwa 700 der am 22. Oktober deportierten Juden aus dem Südwesten gelang es, Gurs rechtzeitig zu verlassen und über eines der begehrten Visa nach Übersee auszuwandern oder aber unterzutauchen. Zwischen Herbst 1942 und Frühjahr 1943 wurden mehr als 3900 Menschen in die Vernichtungslager im Osten deportiert und zumeist gleich nach der Ankunft ermordet.