Iota verwüstet Gebiete in Mittelamerika

dpa

Von dpa

Do, 19. November 2020

Panorama

Erneut trifft ein Hurrikan auf Nicaragua, Honduras und weitere Länder / 21 Menschen sterben.

Der schwere Sturm Iota hat in Mittelamerika und Kolumbien mindestens 21 Menschen das Leben gekostet. Das geht aus ersten Zahlen der Behörden mehrerer Länder hervor. Mit mindestens 16 Todesopfern war die Zahl in Nicaragua am höchsten. Dort war Iota als Hurrikan der Kategorie vier – mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von 250 Kilometern pro Stunde nur knapp unter der Grenze eines Sturms der höchsten Stufe - am Montagabend auf Land getroffen. Danach zog er weiter über Honduras und schwächte sich dabei immer mehr ab.

Bilder örtlicher Medien zeigten reißende Fluten, Straßen und Wohngebiete hoch unter Wasser stehend sowie beschädigte Brücken. Laut einem nicaraguanischen Medienbericht riss ein über die Ufer getretener Fluss zwei Kinder in den Tod. Bei einem durch massive Regenfälle ausgelösten Erdrutsch kamen zudem zwei Männer ums Leben. Zu den weiteren Opfern zählten ein Mann und eine Frau in den Ortschaften Jinotega und Quilalí. Auch aus Honduras, El Salvador und Panama gab es – zunächst unbestätigte – Berichte über Todesfälle.

Mehr als 60 000 Menschen wurden in Nicaragua zum Schutz vor dem Unwetter in Notunterkünfte gebracht. "Wir dachten, wir würden sterben", zitierte die Zeitung La Prensa eine Bewohnerin der an der Ostküste gelegenen Stadt Puerto Cabezas, in deren Nähe der Sturm mit Windgeschwindigkeiten von rund 250 Kilometern pro Stunde auf Land getroffen war. Der Wind habe Bäume zum Umfallen gebracht, sagte sie demnach. "Die Kinder schrien vor Angst, es war schrecklich." Auch in Honduras mussten zahlreiche Menschen wegen Iota ihre Häuser verlassen. Über El Salvador schwächte sich der Sturm nach Angaben des Nationalen US-Hurrikanzentrums vom Mittwoch weiter zum tropischen Tiefdruckgebiet ab und sollte sich im Tagesverlauf auflösen.

Allerdings warnten die Meteorologen weiter vor möglichen katastrophalen Sturzfluten und Erdrutschen in der Region. Die Zivilschutzbehörde von Honduras forderte am Dienstagabend (Ortszeit) alle Menschen in der Nähe der Flüsse auf, die Gebiete sofort zu verlassen. Die Pegel stiegen demzufolge unaufhaltsam – es werde weitläufige Überschwemmungen geben. Die Gefahr war auch wegen der Schäden, die bereits Hurrikan Eta hinterlassen hatte, groß: Der Boden war in vielen Gebieten schon vor Iota mit Wasser gesättigt. Eta war am 3. November als Hurrikan der Kategorie vier auf die Küste Nicaraguas getroffen. Er verwüstete Gebiete in mehreren Ländern. Tausende Familien verloren ihr Zuhause, mehr als eine Million Menschen wurden nach Angaben von Hilfsorganisationen hilfsbedürftig. Es starben rund 250 Menschen. Iota war der stärkste Sturm der aktuellen Hurrikansaison. Die zunehmende Intensität tropischer Wirbelstürme ist laut Experten eine Folge des Klimawandels.