AfD

Ist es so schwer, aus der Geschichte zu lernen?

Friederike Schneider-Hüffner

Von Friederike Schneider-Hüffner (Steinach)

Mo, 19. April 2021

Leserbriefe

Zu: "Die AfD hält sich für normal", Beitrag von Katja Bauer (Politik, 12. April)

Nach dem AfD-Parteitag vom 11. April ist Björn Höcke der "Herrscher" in der Partei. Er hat sowohl Alexander Gauland als auch Jörg Meuthen bei den meisten Beschlüssen mit Bravour rechts überholt. Wäre auf dem Programm die Wahl eines Bundeskanzlerkandidaten gestanden – Höcke hätte sich auch bei dieser Abstimmung durchsetzen können. Gauland und Meuthen haben sein Gedankengut ständig als zulässig, sogar als notwendig im Sinne einer Meinungsvielfalt in einer demokratischen Partei bezeichnet. Sind beide also nun wider besseren Wissens der "Hindenburg" des 21. Jahrhunderts und Steigbügelhalter eines künftigen Diktators?

Es ist nicht direkt vergleichbar, aber es lohnt sich nachzulesen: Reichspräsident Paul von Hindenburg ernannte 1933 nach einem Wahlergebnis der NSDAP von 33 Prozent den Parteivorsitzenden Adolf Hitler zum Reichskanzler und meinte, durch sein Amt als Präsident könne nichts schief gehen. Was aus seinem Plan letztlich geworden ist, hat die Welt zwölf Jahre danach gesehen und haben unsere Vorfahren leidvoll erfahren müssen.

Bewegt sich Björn Höcke nun auf einem unaufhaltsamen Weg wie einstmals Adolf Hitler? Wie kurzsichtig muss denn ein Teil unseres Volkes sein, wenn es sich hinter einem Rattenfänger aus Thüringen versammelt? Wer glaubt, stille Sehnsüchte könne die AfD erfüllen, ist auf dem falschen Weg. Keine Masken und ein EU-Austritt sowie weitere Versprechen aus dem AfD-Wahlprogramm sind keine Problemlösungsansätze für eine ständige und auch mühsame Arbeit aller, um weiterhin in Frieden und Freiheit leben zu können. Auch wenn Grundrechte zu leben, nicht immer einfach ist, wie ja derzeit der Fall.

Es gibt keine einfachen Lösungen, auch wenn wir sie uns noch so herbeisehnen. Ist es so schwer, aus der Geschichte zu lernen? Es geht hier nicht um die Wahl von Schrecken ohne Ende oder Ende mit Schrecken, sondern um Leben oder Tod! Friederike Schneider-Hüffner, Steinach